Verschleppte Berechnungen der Bildungsdirektion für Wien führen zu massiven Einkommensverlusten!

Der jahrelange Personalmangel in der Bildungsdirektion für Wien führt zu unglaublichen Verzögerungen bei der Berechnung von Vordienstzeiten und zu umfangreichen finanziellen Schäden für die betroffenen Kolleg:innen. 

Nach ihrer Anstellung müssen Lehrpersonen in Wien meist jahrelang auf ihre korrekte Einstufung warten. Drei Jahre sind keine Seltenheit, in Einzelfällen dauert die Berechnung der Vordienstzeiten sogar über fünf Jahre. Es stellt sich die Frage, wer für diesen untragbaren Missstand verantwortlich ist und warum man in der Bildungsdirektion für Wien sichtlich seit Jahren keine geeigneten Maßnahmen setzt. 

Zur Veranschaulichung: Hat eine Kollegin drei Jahre anrechenbare Vordienstzeiten aufzuweisen und benötigt die Bildungsdirektion für Wien für die Berechnung und Einstufung drei Jahre, so wurde ihr Brutto-Gehalt für diesen Zeitraum um fast 18.000 Euro zu gering bemessenen. Ein Kollege mit mehr als acht Jahren anrechenbaren Vordienstzeiten, dessen Akt vier Jahre unbearbeitet bleibt, „leiht“ dem Dienstgeber unfreiwillig sogar knapp 46.000 Euro. Kommt es jetzt zur Nachberechnung und Nachzahlung, so erfolgt diese unverzinst (!), was vor dem Hintergrund der unverändert hohen Inflation einen massiven Reallohnverlust bewirkt. 

Besonders für schwangere Kolleginnen hat die Säumigkeit der Bildungsdirektion für Wien massive Nachteile, da zur Berechnung des Wochengeldes und des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes das laufende (zu geringe) Einkommen herangezogen wird. Noch dramatischer ist die Situation für ältere Quereinsteiger:innen, die zuvor ein höheres Einkommen hatten und nicht selten auch höhere laufende Ausgaben zu decken haben. Durch deren üblicherweise höheres Ausmaß an anrechenbaren Vordienstzeiten reden wir hier im Schnitt von wesentlich höheren Fehlsummen. 

Hinzu kommt, dass die punktuelle Nachzahlung zu einer höheren Versteuerung führt als monatlich höhere Gehaltszahlungen. Am Ende entstehen somit durch die Säumigkeit der Bildungsdirektion für Wien teils drastische Netto-Lohneinbußen. 

Wir fordern daher Bürgermeister Ludwig, Bildungslandesrat Wiederkehr und Bildungsdirektor Himmer dringend auf, ihre Verantwortung nicht abzuschieben und endlich ihre Hausaufgaben zu machen: Versäumnisse, die jungen Kolleg:innen gravierende finanzielle Nachteile bringen, müssen unverzüglich beseitigt werden! 

Im Namen der ÖPU-FCG Wien fordern wir daher von der Bildungsdirektion für Wien umgehend mehr Personal, um rasch die Alt-Fälle abzuarbeiten und den Kolleg:innen zeitnah das ihnen zustehende Geld auszuzahlen.

Mag. Simon Lechner, Vorsitzender der ÖPU Wien

Mag. Anna Gring, Vorsitzende der FCG Wien

Mag. Eva Teimel, Vorsitzende der ÖPU Österreich

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