„Fachkräftemangel – das könnte das Unwort des Jahres sein“, erklärt der Bundesspartenobmann des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes (SWV) Österreich im Tourismus, Ing. Günter Löffler. „Aber wir reden von einem Arbeitskräftemangel und fehlender Motivation, eine Ausbildung im Tourismus zu machen.“
Sein Stellvertreter, Senator KommR Manfred Rieger, ist sicher, dass viele junge Menschen von der Dauer und den starren Richtlinien der derzeitigen Ausbildungsformen im Tourismus, wie der Lehre, abgeschreckt werden: „Und wieder einmal zeigt sich die Untätigkeit der Regierung, die das duale Ausbildungssystem modernisieren, weiterentwickeln und zeitgemäß mit Lebenssituationen verknüpfen sollte.“
Vom österreichischen Tourismus wird international sehr viel erwartet. Jedoch gibt es auch hier Differenzierungen: „Die gastronomische Herausforderung im ländlichen Bereich ist sicher eine andere als im urbanen. Gerade in der weltoffenen Stadt Wien mit mehr als 20 Millionen Nächtigungen pro Jahr kann man noch mit einem großen Angebot an Betrieben aufwarten. Hier haben sich die verschiedenen Ethnolokale einen fixen Platz im Tourismus erkocht“, berichtet Löffler.
„Aber saisonale Destinationen brauchen Arbeitskräfte. Es wird oft in einer strukturierten Art und Weise – zum Beispiel im 14-Tages-Rhythmus – gearbeitet. Diese Tätigkeiten können auch teilqualifizierte MitarbeiterInnen mit Herz und Hand gut umsetzen und so einen wichtigen Beitrag zur geforderten Gastfreundschaft leisten“, informiert Rieger und fragt gleichzeitig: „Warum muss ein Koch immer alles kochen können? Viele Tätigkeitsbereiche und Berufe im Tourismus sind heute so spezialisiert, dass nur ein kleiner Ausschnitt der Lehrausbildung notwendig ist. Und trotzdem werden hier Ausbildungsgegenstände und Techniken unterrichtet, die weit weg von der Praxis sind.“
Die Regierung gehe bewusst das Problem nicht an. „Evaluierungen werden zwischen den Verantwortlichen hin und her geschoben und Eingaben medial zerpflückt. Die Teilqualifizierung und die Zwischenprüfung zum teilqualifizierten Mitarbeiter müssen rasch umgesetzt werden. Denn im Moment wird die Asche bewahrt und nicht das Feuer für die tollen Berufe im Tourismus weitergegeben“, sind sich die beiden SWV-Vertreter einig.
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