ORF-DialogForum „Was wir nicht sehen“

Wien (OTS) – Was wir nicht sehen … sind die versteckten Interessen, die heimlichen Absprachen, die Hintergründe und so manche Zusammenhänge, die die Welt zusammenhalten, aber oft verborgen bleiben. Genau auf diese „blinden Flecken“ blicken Journalistinnen und Journalisten, die im Genre „Dokumentation“ arbeiten. Im ORF RadioKulturhaus diskutierten Expertinnen und Experten im Rahmen eines ORF-DialogForum über das Genre Dokumentation und warum Dokumentaristinnen und Dokumentaristen für die Gesellschaft so unverzichtbar sind. Ein Mitschnitt wird am 7. Februar um 0.05 Uhr in ORF III ausgestrahlt.

Eine klare Forderung stellte Karin Moser, Universität Wien / Wirtschafts- und Sozialgeschichte, gleich zu Beginn: „Demokratie ist ein wichtiges Gut und muss erhalten werden, und dafür braucht es unabhängige, seriöse Medien. In Zukunft muss mehr Geld für qualitativ hochwertige Produktionen in die Hand genommen werden. Es wird eine Unterscheidbarkeit zu der großen Menge von KI-Produkten brauchen.“

Was eine gelungene Dokumentation ausmacht, erklärte Zuzana Kučerová, Koproduzentin von „The Killing of a Journalist“ so: „Eine anspruchsvolle Dokumentation muss die Gesellschaft wachrütteln und einen sozialen Aspekt bedienen.“ Über ihre zukünftigen Projekte sagt die Filmemacherin: „Sie sollen die jüngeren Generationen ansprechen und die für diese wichtigen Themen beleuchten.“

Sharon Nuni, ORF Kultur, will „selektive Blicke zeigen und nah ran an die Menschen. Im ORF erlauben wir uns, auch langsamere Geschichten zu erzählen. Denn es gibt keine Regeln, wie Dokumentationen zu sein haben, wir wissen nicht immer, wie es funktioniert. Kunst muss gerade in schwierigen Zeiten gefördert werden, denn sie löst zwar nicht alle Probleme, aber sie löst uns.“

Warum sie beim Dokumentationsfilm gelandet ist, erklärt Jennifer Rezny, Regisseurin von „Nie genug – der Körperkult in sozialen Medien“: „Ich finde die Bildebene beim Dokumentarfilm hat oft mehr Kraft als die Sprache. Und ich will tief eintauchen in andere Lebenswelten“.

Dem stimmte Lukas Sturm von neulandfilm sofort zu: „Man muss auf die Geschichten anderer Menschen neugierig sein. Wir machen für den ORF die Reihe ,Dok 1‘ und sehen dabei, dass das Publikum große Sehnsucht danach hat. Auch bei den großen Streamern boomen Dokus.“

„Dokumentaristinnen und Dokumentaristen sind wache Geister, die bestimmte Fragen der Gesellschaft, die immer wieder auftauchen, neu aufgreifen. Das ist auch notwendig – leider ist die Ökonomisierung des Journalismus der Feind von Dokumentaristen“, monierte Tom Matzek, ORF Bildung, Wissenschaft und Zeitgeschehen.

Moderiert wurde das ORF-DialogForum von Klaus Unterberger, ORF Public Value.

Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, um das Gespräch mit seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben.

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