In den letzten Tagen sieht man sie wieder überall auf den Gehsteigen, Plätzen und Straßen in Wien: die weißen Salz-Flächen durch die Salzstreuung. Wiens Stadtbäume leiden darunter – denn obwohl in Wien das Streuen von natrium- oder halogenidhaltigen Auftaumitteln auf öffentlichen Gehsteigen im Abstand von zehn Metern zu Baumscheiben oder Grünflächen verboten ist, bekommen Bäume trotzdem sehr viel Salz ab. Denn oft wird das Verbot nicht eingehalten. Regelmäßige Kontrollen gibt es nicht, mutmaßliche Verstoße werden nur überprüft, wenn Bürger:innen diese melden. Außerdem gilt das Verbot nicht in Haltestellenbereichen des öffentlichen Verkehrs oder auf Radwegen.
„Streusalz schadet der Vegetation und den Böden. Die Wasseraufnahme von Bäumen wird durch das Salz erschwert und somit kommt es zu Trockenstress, der ihnen das Überleben noch schwerer macht. Es ist unverantwortlich, in Anbetracht immer längerer Trockenperioden, Stadtbäume ungeschützt ihrem Schicksal zu überlassen", so die Umweltsprecherin der Grünen Wien, Huem Otero. „Wir müssen jeden einzelnen Baum in Wien schützen – auch im Winter. Die geltende Winterdienstverordnung in Wien tut das aber nicht ausreichend. Vor allem in Hinblick darauf, dass wir immer mehr Bäume pflanzen werden, muss das Salzstreuen auf Wiens Gehsteigen ein Ende nehmen.“
Auch für Hunde ist Streusalz gefährlich, es führt zu Hautreizungen und Verletzungen an den Pfoten. Otero fordert daher einen dreistufigen, „differenzierten Winterdienst”:
- Stufe eins – für Fahrbahnen der Nebenstraßen: lediglich räumen und gar nicht streuen
- Stufe zwei – für Gehsteige und Radwege: Räumen und vorrangig salzfreie, abstumpfende Mittel streuen
- Stufe drei – für Gefahrenstellen, Steigungen und auf Kreuzungen: sparsamer Einsatz von Feuchtsalz
Die Einhaltung des Salzstreuverbots muss kontrolliert werden. Darüber hinaus sollen Verstöße bezüglich des Streuverbots neben Grünanlagen dokumentiert und veröffentlicht werden.
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