Litschauer/Grüne: Frankreichs Atompolitik ist unverantwortlich

„Die Ankündigung Frankreichs, noch mehr Atomkraftwerke zu bauen, bedeutet weniger Beteiligung am Ausbau von Windkraft und Photovoltaik-Anlagen. Diese Abkehr von der Energiewende ist angesichts der Klimakrise und der Versorgungsprobleme in Europa unverantwortlich“, sagt Martin Litschauer, Anti-Atom-Sprecher der Grünen, zu den Ankündigungen Macrons.

„Während Frankreich neue Atomkraftwerke plant, stehen grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfungen für bereits bestehende Reaktoren weiter aus. Zudem passt der angekündigte Ausbau nicht zum Geld- und Personalmangel beim französischen Atomstromkonzern EDF zusammen. Das Atomdesaster in Flamanville, wo das EPR-Kernkraftwerk seit Jahren nicht fertiggestellt wird, und Hinkle Point C mit explodierenden Kosten und abgesprungenem Partner, machen einmal mehr deutlich: Atomkraftwerke sind nicht nur klimaschädlich und gefährlich, sondern lohnen sich auch wirtschaftlich nicht“, zeigt sich Litschauer irritiert.

„Offenbar hat man in Frankreich aus den Projektverzögerungen beim Kernkraftwerk in Flamanville und dem Störfall im EPR-Kernkraftwerk in China, an dem der französische Energiekonzern EDF beteiligt ist, wenig dazu gelernt“, sagt Litschauer. Stromgestehungskosten von über 14 Cent pro kWh im aktuellen Projekt in Hinkle Point C zeigen zudem, dass diese Technologie viel zu teuer ist. Nicht zuletzt bleibt die Frage offen, woher das Uran und die Brennstäbe kommen sollen. „Es ist unverständlich, wenn sich Frankreich mit dem AKW Ausbau noch weiter von der russischen Lieferkette Rosatom abhängig machen möchte, die als Unternehmen am Krieg in der Ukraine beteiligt ist“, warnt Litschauer.

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