Morgen startet die UN-Klimakonferenz (COP28), die Erwartungen sind gering. Auch bei Günther Sidl, Mitglied im Umweltausschuss des EU-Parlaments: „Ich fürchte die diesjährige Weltklimakonferenz ist schon vor dem Start gescheitert. Geleitet wird die COP28 in Dubai von Sultan Ahmed Al Jaber, dem CEO der staatlichen Abu Dhabi National Oil Company. Diese beiden Rollen sind einfach unvereinbar, denn wie einer der ranghöchsten Vertreter der Erdöllobby den notwendigen weltweiten Ausstieg aus fossilen Energieträgern organisieren soll, dafür fehlt mir jede Fantasie. Medienberichte haben im Vorfeld sogar den Verdacht nahegelegt, dass der Sultan seine Rolle für die Vermittlung von Öl- und Gasdeals missbrauchen könnte. Dieser grundlegende Konstruktionsfehler verhindert jede Chance auf ein Gelingen der internationalen Klimadiplomatie, für echte Fortschritte werden wir also auf das nächste Jahr warten müssen. Und dabei sehen wir nach einem Jahr voller Wetter- und Temperaturextreme, dass uns eigentlich kaum noch Zeit bleibt. Die Klimakatastrophe ist jetzt.“ ****
Das EU-Parlament hat in der letzten Woche seine Prioritäten für die Klimakonferenz in einer Resolution festgelegt, erklärt der SPÖ-EU-Abgeordnete Sidl: „Wir wollen einen Stopp aller fossilen Subventionen bis 2025, die Kapazität der Erneuerbaren bis 2030 verdreifachen und die Energieeffizienz verdoppeln. Außerdem muss der Fonds zur Unterstützung von Verlusten und Schäden finanziell ausreichend ausgestattet werden, um die bereits einsetzenden Folgen des Klimawandels abzufedern. Das sind ambitionierte Ansagen, aber das ist dringend notwendig. Die EU muss den eigenen Ansprüchen auch gerecht werden und nicht nur den Rest der Welt belehren. Bei der Umsetzung des Green Deal knirscht es aktuell gewaltig. Sobald es konkret wird, bekommen Liberale und Konservative kalte Füße und torpedieren gemeinsam mit den Rechten unsere Ambitionen beim Klimaschutz, zuletzt bei den Gesetzen zur Renaturierung und der Begrenzung von Pestiziden. Das muss aufhören! Nehmen wir die Weltklimakonferenz zum Anlass, um die Umsetzung des Green Deal und das Ziel der Klimaneutralität der EU bis 2050 außer Streit zu stellen.“ (Schluss) ls
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