GRin Mag. Ursula Berner, MA (GRÜNE) betonte, dass die Grünen diesem Akt zustimmen, da es wichtig sei, Theaterunternehmer*innen bei Neuaufnahmen zu unterstützen. Jedoch gebe es auch Schwächen, so müssten jetzt 300.000 Euro „nachgeschossen“ werden. Dieser Geldbetrag zeige einen Strukturmangel auf, denn der Bestellvorgang für die künstlerische und kaufmännische Leitung sei nicht optimal gelaufen. Berner kritisierte, dass es keine transparente Ausschreibung gab, keine Qualitätskriterien für die Jury, keine Vorgangsweise zur Übergabe von Leiter*innen, kein transparentes Bestellungsverfahren – das stehe einer Kulturhauptstadt schlecht zu Gesicht. Es sei die Verantwortung der zuständigen Stadträtin ein klar geregeltes Prozedere zur Verfügung zu stellen. Bezugnehmend auf den Antrag der Grünen hielt Berner fest, dass es schade sei, dass man aus den Medien über die neue Kulturstrategie informiert worden sei. Der niederschwellige Zugang zu Kulturangeboten solle mit Gratis-Angeboten abgedeckt werden, wie beim Wien Museum gratis oder Donauinselfest gratis. „Exzellenzkultur“ sei nur für jene offen, die genügend Geld zur Verfügung hätten. Solche Angebote würden Barrieren schaffen. Berner forderte, die Kulturangebote für alle zu öffnen. Ein Kulturgutschein solle Erwachsenen und Kindern zur Verfügung stehen, um einmal pro Jahr ein Kulturevent besuchen zu können.
GR Jörg Neumayer, MA (SPÖ) hielt fest, dass es immer unterschiedliche Anforderungen für unterschiedliche Stätten gebe. Bei der Neuausrichtung des Theaters gehe es darum, dass es eine Investition in zwei Häuser sei und es auch um neue Prozesse und Verantwortlichkeiten gehe, die man unterstützen wolle, um mittelfristig das System zu verschlanken. Auch gebe es in Zukunft anstatt zweier künstlerischer Leitungen nur mehr eine. Bezugnehmend auf den Theatergutschein betonte Neumayer, dass man nicht im „Gießkannenniveau“ fördern wolle, da sich jetzt nach Corona auch die Theaterszene erhole. Man wolle die Theater auf eigene Beine stellen, so gebe es auch beispielsweise günstigere Theater-Abos um 75 Euro für 5 Veranstaltungen.
Abstimmungen: Das Poststück wurde mehrstimmig angenommen. Der Antrag der Grünen für einen Kulturgutschein erhielt nicht die notwendige Mehrheit.
Förderung an Wien Wissen – Verein zur Förderung von Bildungs- und Wissenschaftskommunikation im Großraum Wien
GR Ing. Udo Guggenbichler, MSc – FPÖ kritisierte einleitend den Ball der Wiener Wissenschaften. Andere Ballveranstalter*innen in Wien müssen sich selbst finanzieren, während Ball der Wissenschaften mit 55.000 Euro gefördert werde, so Guggenbichler, der sich eine Finanzierung wie beim Blumenball wünschte und nicht, dass Steuergeld in einen Ball „gepfeffert“ werde.
GR Dr. Gerhard Schmid (SPÖ) betonte abschließend, dass die Förderung des Wissenschaftsballs ein Zeichen an die Jugend und an die Studierenden sei. Hier gebe man den Universitäten auch Raum, um sich zu präsentieren.
Abstimmungen: Das Poststück wurde mehrstimmig angenommen.
Die 44. Sitzung des Wiener Gemeinderates endete um 19.07 Uhr.
Service
In der Informationsdatenbank des Wiener Landtages und Gemeinderates (INFODAT) unter http://www.wien.gv.at/infodat können Reden, Debattenbeiträge, Beschlüsse, Anfragen, Anträge, Gesetzesentwürfe und Landesgesetzblätter nach verschiedenen Kriterien abgerufen werden. Dabei wird Zugriff auf die zugehörigen Videos und Originaldokumente (sofern elektronisch vorhanden) geboten. (Schluss) kro
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