Oö. Volksblatt: „Eine Blamage“ (von Roland KORNTNER)

Es wurde am Dienstag vollmundig angekündigt, gestern folgte aber die große Ernüchterung. Die Hercules-Maschine, mit der das Bundesheer die Evakuierungsflüge aus Israel beginnen wollte, musste am Boden bleiben. „Aufgrund eines nicht vorhersehbaren technischen Defektes“, wie es hieß. Eine echte Blamage!
So weit, so schlecht. Man stelle sich aber vor, die Maschine hätte gestern ihre Reise antreten können, aber dann nicht mehr den Rückflug und wäre im Kriegsgebiet liegen geblieben. Oder noch schlimmer: Sie wäre gar abgestürzt.
Ein Horrorszenario!? Beim aktuellen Zustand der insgesamt vier Hercules-Maschinen Österreichs aber nicht auszuschließen. Eine Maschine ist derzeit in Portugal, eine weitere in Hörsching zur Wartung. Eine dritte dient gar nur zur Ausbildung und als Ersatzteillager und die vierte sollte, wie bis gestern geglaubt, einsatzbereit sein.
Deren Baujahr ist übrigens 1966. Sie wurde 2003 von den Briten erworben, weil sie dort ausgemustert wurde. Was alles nur zeigt: Das Bundesheer wurde jahrelang kaputt gespart, der Zustand der Gerätschaft ist teilweise absolut erbärmlich und die angekündigten Investitionen — die Herkules-Nachfolger (Embraer C-390 Millennium) sind bestellt und kommen 2026 — sind überfällig.

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