Der Grüne Bericht gibt jährlich Auskunft über die wirtschaftliche Situation der Land- und Forstwirtschaft in Österreich. Nach langjähriger Stagnation ist heuer ein kurzfristiges Plus von 42% bei den durchschnittlichen Einkommen der ca. 2.000 freiwillig buchführenden Betriebe zu verzeichnen, was ÖVP-Agrarsprecher und Bauernbund-Präsident Abg.z.NR DI Georg Strasser als "notwendiges Durchschnaufen bei den bäuerlichen Einkommen vor neuerlich schwierigen Zeiten, die sich bereits jetzt abzeichnen" beschreibt. "Während anderen Berufsgruppen eine jährliche Anpassung ihrer Gehälter so sicher ist wie das Amen im Gebet, können die Bäuerinnen und Bauern davon meist nur träumen. Hohe Preise für Betriebsmittel und Energie bei gleichzeitig sinkenden Erzeugerpreisen bringen uns bereits jetzt wieder unter Druck. Umso mehr gilt es, alles dafür zu tun, die Produktion im Land zu stärken und die Versorgung mit heimischen Lebensmitteln zu sichern", betont Strasser.
"SPÖ-Anschuldigungen entbehren jeglicher Substanz"
Kein Verständnis hat der Landwirtschaftssprecher der Volkspartei für Vorwürfe der SPÖ, wonach Ausgleichszahlungen ungleich verteilt und kleine Betriebe im Stich gelassen würden: "Diese Querschüsse entbehren jeglicher Substanz. Wir lassen uns als Bauernschaft nicht durch solche Angriffe auseinanderdividieren. Nur noch zwei Prozent der Bevölkerung sind für die Versorgung der anderen 98 Prozent mit Lebensmitteln, Energie und Rohstoffen verantwortlich, eine künstlich erzeugte Neiddebatte ist fehl am Platz. Außerdem stellen wir schon auch die Frage, wo die SPÖ eine Grenze zwischen kleinen und großen Betrieben zieht – die durchschnittliche landwirtschaftliche Fläche eines Betriebes macht in Österreich nur 23,6 Hektar aus", so Strasser.
Ein Blick in den Grünen Bericht belegt klar, dass die Höhe öffentlicher Gelder bei sämtlichen Betriebsformen über die Jahre hinweg konstant ist, hält Strasser fest: "Von einer mutwilligen Umverteilung öffentlicher Gelder zulasten einiger Weniger kann keinesfalls die Rede sein. Die höheren Einkommen im letzten Jahr ergeben sich hauptsächlich durch volatile Agrarmärkte und die Folgen der Teuerung in vielen Bereichen. Der Anteil öffentlicher Gelder am Einkommen ist damit sogar deutlich gesunken und überdies in den letzten Jahren nahezu unverändert geblieben."
Sämtliche Zahlungen erfolgen transparent und nach objektiven Kriterien, wobei ein immer größeres Augenmerk auf Umweltleistungen gelegt wird, führt Strasser aus: "Mit der neuen GAP ab 2023 haben umweltbezogene Zahlungen zugelegt. Dass die neuen Programme angenommen werden, zeigen uns einige Eckdaten: Mehr als 80 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich nehmen am Agrarumweltprogramm ÖPUL teil, 27 Prozent der Fläche werden biologisch bewirtschaftet und die Biodiversitätsflächen sind von 150.000 Hektar auf 210.000 Hektar angewachsen. Für derartige Mehrleistungen braucht es aber auch eine faire Abgeltung, um Umweltschutz nicht zur Existenzbedrohung für unsere Bauernfamilien werden zu lassen. Ausgleichszahlungen kommen allen zugute, vom Futterbau- oder Veredelungsbetrieb bis zu den Bergbauern. Den Vorwurf einer Bevorteilung großer Betriebe weisen wir daher aufs Schärfste zurück Anstatt willkürliche Schnellschüsse zu treffen, setzen wir alles daran, die erfolgreiche kleinstrukturierte Land- und Forstwirtschaft in Österreich nachhaltig zu festigen und unseren Bäuerinnen und Bauern den Rücken zu stärken", so Strasser.
"Arbeitserschwernis für Bauernfamilien den Riegel vorschieben"
"Während andere ständig Konzepte entwerfen, um die ohnehin anspruchsvolle Arbeit in der Land- und Forstwirtschaft noch weiter zu erschweren, setzen wir uns für praktikable Lösungen im Sinne unserer Bauernfamilien ein", so Strasser, der die Besteuerungspläne des SPÖ-Vorsitzenden Andreas Babler kritisiert: "Erbschafts- und Vermögensteuern könnten jene unschuldig zum Handkuss bitten, die täglich für die Versorgung unserer Gesellschaft sorgen. Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen Grund und Boden, Maschinen und Gebäude als Produktionsgrundlage und können davon auch nicht abbeißen. Jede weitere Form der Substanzbesteuerung würde daher absolut in die falsche Richtung führen und wird von uns auch vehement abgelehnt." (Schluss)
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Bauernbund Österreich (BBÖ)