Offensichtlich ist Andreas Babler in der Lage, selbst wenn nur mehr ein Noagerl da ist, das Glas halbvoll zu sehen. Ansonsten müsste er angesichts des Bildes, das seine Partei derzeit abgibt, wohl verzweifeln. Aber ob sein Versuch, das SPÖ-Uralt-Konzept der Millionärssteuer, das er nun inflationsbereinigt hat, reichen wird, die Gräben innerhalb der „Genossenschaft“ einigermaßen zu kitten, darf bezweifelt werden. Da gibt es erstens die „Realos“, wie der Linzer Bürgermeister Luger oder sein Burgenländischer Parteifreund Doskozil, die sich eine „pragmatische“ Politik wünschen: Ohne 32-Stunden-Woche, dafür mit klarer Migrationspolitik. Zweitens die „Idealos“, für die Reichtum per se schon verdächtig ist und die nun auch per offenen Brief gegen andere Parteigenossen die Antirassismus- und Antifaschismus-Keule schwingen. Da wird „Brieffreundschaft“ zur Kampfansage. Und dann gibt es noch die „alten“ Kader aus der der Gewerkschaft sowie der Wiener und der Kärntner SPÖ, die händeringend nach Einigkeit rufen und möglichst wenig Einmischung in „ihr“ Territorium zulassen wollen. Vermutlich wird es neben der „Babler-Tour“, dem fixierten Parteitag und dem statutarisch notwendigen Parteirat noch weitere Veranstaltungen brauchen, um eine gemeinsame Linie zu finden.
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