Caritas begrüßt Unterstützung für Kinder und Familien, wartet aber weiterhin auf große Reform gegen Armut

Caritas begrüßt das heute präsentierte Kinderpaket der Bundesregierung. „Die Situation für armutsbetroffene Menschen in Österreich wird aufgrund der massiven Teuerungswelle immer dramatischer. Die Teuerung ebbt nicht und nicht ab, Menschen haben nach Abzug ihrer fixen Wohn- und Energiekosten schon zu Beginn des Monates oft kein Geld mehr zum Leben. In unseren Sozialberatungsstellen sehen wir: Das trifft Alleinerziehende und ihre Kinder bzw. Familien mit Kindern besonders stark. Umso mehr begrüßen wir, dass bei diesem Teuerungspaket endlich Kinder im Fokus stehen und hier Menschen und Familien, die über besonders wenig Einkommen verfügen, besonders zielgerichtet geholfen wird“, stellt Michael Landau, Präsident der Caritas Österreich, fest. 
„Mehr Geld für rd. 400.000 Kinder in armutsbetroffenen Haushalten hilft zielgerichtet da, wo es am allernötigsten ist. Es ist wichtig, dass betroffene Familien nun verlässlich und v.a. schnell mit diesem monatlichen Betrag rechnen können. Das ist ein erster wichtiger Schritt für Kinder und Familien, denn wie sehr die tatsächlichen Kosten für Kinder aktuell und die Familien- und Sozialleistungen auseinanderklaffen, wissen wir aus der Kinderkostenstudie,“ ergänzt Klaus Schwertner, Direktor der Caritas Wien.
Die Erhöhung um 60,- pro Monat auch für Sozialhilfe-Bezieher*innen wird ebenso positiv gesehen wie die Erhöhung der Schulstartaktion.
Klar ist aber auch, trotz der Erhöhungen und Maßnahmen werden viele Menschen und Kinder in Österreich weiter unter der Armutsgefährdungsschwelle bleiben. Diese heute präsentierten Maßnahmen können also nicht alles sein. 

Weiterhin Warten auf ein armutsfestes Sozialnetz
Landau: „Dieses erneute Nachschärfen der Bundesregierung verdeutlicht, dass das Sozialnetz in Österreich Menschen, speziell Kinder und Familien, nicht mehr ausreichend vor Armut schützt. Durch die Teuerungswelle hat sich diese Situation noch weiter verschärft. Aus unserer Sicht ist es daher unerlässlich, an den grundsätzlich notwendigen Reformen der Sozial- und Versicherungsleistungen zu arbeiten.“
Die Caritas drängt daher auf eine grundsätzliche Reform und Maßnahmen für ein armutsfestes Sozialnetz. Das heißt: Reform der Sozialhilfe, Anhebung von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe sowie Erhöhung der Ausgleichszulage, um gerade auch Mindestpensionist*innen zu entlasten. 

„Ziel muss es sein, dass wir uns in Österreich auf ein Sozialsystem verlassen können, das wirklich als letztes Auffangnetz für Menschen in Not taugt, und das ein selbstbestimmtes Leben für Frauen, Männer und Kinder ermöglicht. Hier braucht es dringend einen grundsätzlichen Reformwillen!“, so Landau. 

Kinderarmut in Österreich
„Armut für Kinder bedeutet weniger Chancen, weniger Teilhabe und eine höhere Wahrscheinlichkeit, als Erwachsene selbst auch armutsbetroffen zu sein. Das sehen wir in unseren Caritas-Einrichtungen, und das bestätigten die Statistik-Daten. Armutsbetroffene Kinder leben in unzureichend beheizten Wohnungen, leiden viel zu oft unter Schimmel in den Wohnungen – und bringen nie eine Freundin zum Essen mit nach Hause. Sie lernen schnell, mit sich selbst auszukommen“, beschreibt Klaus Schwertner die Lage.   

Angebote der Caritas für armutsbetroffene Kinder
Viele Caritas-Angebote in ganz Österreich unterstützen armutsbetroffene Familien mit Kindern, oder Kinder direkt. In über 50 Familienberatungsstellen werden Familien in Notlagen ebenso unterstützt wie in den über 70 Sozialberatungsstellen. In über 60 Lerncafés in ganz Österreich werden Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 15 Jahren beim Lernen, bei den Hausaufgaben und der Vorbereitung für Schularbeiten unterstützt. Darüber hinaus gibt es beispielsweise Mutter-Kind-Häuser mit Wohnplätzen, Mädchenzentren, uvm. 

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Caritas Österreich

ArmutEQSFamilienKinderSozialesTeuerungen
Comments (0)
Add Comment