Samariterbund Steiermark fordert „Lösungsorientierung statt bürokratischer Winkelzüge“

Gestern, 19. April 2023, hat der Samariterbund Steiermark verkündet, dass sich die Blaulichtorganisation aufgrund der herrschenden rechtlichen und faktischen Rahmenbedingungen gezwungen sieht, den Rettungs- und Krankentransport im Raum Graz in absehbarer Zeit einzustellen. Angesichts des hohen Bedarfs an Krankentransportfahrten in der Region – Betroffene klagen über Wartezeiten von bis zu 10 Stunden – zeigt sich Samariterbund Bundesgeschäftsführer Reinhard Hundsmüller überrascht über die erste Reaktion von HR Mag. Harald Eitner, beim Land Steiermark für das Rettungswesen zuständig. Dieser verwies in seiner Argumentation ausschließlich auf die herrschende Gesetzeslage, dabei wurde genau die vom Samariterbund in seiner gestrigen Aussendung kritisiert. Dazu Hundsmüller: „Ja, es stimmt, wir erfüllen aktuell nicht die gesetzlichen Rahmenbedingungen, um als Rettungsorganisation in Graz anerkannt zu werden, aber dann muss man die Sinnhaftigkeit eines solchen Gesetzes hinterfragen. Es kann doch nicht sein, dass wir als NGO gezwungen werden, in Vorleistung zu gehen, eine millionenschwere Infrastruktur selbst aufzubauen, um dann das alleinige Risiko zu tragen, als Rettungsorganisation überhaupt anerkannt zu werden. Das ist doch wirtschaftlich ein Wahnsinn und sicher nicht im Sinne der Betroffenen – der Grazer Bevölkerung.“

Mit rund 30 hauptamtlichen Sanitäter:innen und einem Fuhrpark von 10 Rettungsfahrzeugen bewerkstelligt der Samariterbund derzeit gut 20% des gesamten Krankentransportaufkommens in der Stadt Graz. Hundsmüller weiter: „Politik sollte dazu da sein, Gesetze zu machen, welche die Lebensrealität der Menschen widerspiegelt und nicht NGOs daran hindert, Hilfe von Mensch zu Mensch zu leisten. Fakt ist: Wir werden in Graz gebraucht! Bis zu 50 Mal am Tag rücken wir aus. Ich appelliere, sich jetzt nicht auf formalistische Spitzfindigkeiten und bürokratische Sturheit zurückzuziehen, sondern lösungsorientiert einen Weg zu suchen, um den Grazerinnen und Grazern die bestmögliche Versorgung zu bieten. Denn das ist letztendlich das, worum es geht.“

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