Nun gibt es also vier Kandidaten für den SPÖ-Vorsitz und die Mitgliederbefragung ist schon vor dem Start der Lächerlichkeit preisgegeben. Aber ein kurzer Rückblick: Jahrelang sägte Doskozil am Chefsessel von Rendi-Wagner, bis diese nach der SPÖ-Niederlage in Kärnten die Flucht nach vorne versuchte. Statt Sonderparteitag (das wollte Rendi-Wagner) oder Urabstimmung (dafür setzte sich Doskozil ein) hat man sich nach öffentlicher Debatte auf eine – offiziell unverbindliche – Befragung geeinigt. Die Debatte verstummte trotzdem nicht. Dann wurde auch noch die „Basis“ mobil und hat mit Babler eine dritte Variante gefunden. Das erste Mega-Chaos konnte gerade noch verhindert werden. Obwohl man schon kritisch fragen muss, wie es gelang, dass 70 Kandidaten ihre SPÖ-Chef-Träume aufgegeben haben.
Nun haben die Genossen mit „Keine*n“ trotzdem noch eine vierte Möglichkeit bekommen. Man kann gespannt sein, was passiert, wenn diese*r „Keine*n“ eine klare Mehrheit bekommt. Spötter würden sich freuen, wenn das inhaltliche Problem der SPÖ sich auch auf Führungsebene widerspiegelt. Aber egal, wer bei dieser Chaos-Abstimmung am Ende am wenigsten beschädigt wird, für das Kanzleramt hat man sich damit nicht qualifiziert.
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