Anlässlich der Tagung des SPÖ-Rathausklubs präsentierten Vizebürgermeisterin und Wohnbau- und Frauenstadträtin Kathrin Gaál und Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky Projekte und Ideen, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten das Leben und Arbeiten der Wiener*innen verändern werden.
Wohnbaustadträtin Gaál: Leistbares Wohnen mit dem Gemeindebau-Bonus
Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál unterstrich die gute Zusammenarbeit zwischen Finanz-, Klima- und Wohnbauressort, die für eine gelungene Energiewende in Wien unausweichlich sei. Gaál verwies hierbei auf das Beispiel Preßgasse, wo anstelle eines nach einem Gasunfall zerstörten Hauses ein Gemeindebau nach modernsten Standards neu errichtet wurde. Auch die neue Siedlung am Wienerfeld West gehöre zu den Vorzeigeprojekten des nachhaltigen Wiener Wohnbaus.
Aufgrund steigender Energie- und Wohnkosten würden sich viele Menschen immer weniger in der Lage sehen, die täglichen Kosten zu stemmen. Daher werde die Stadt Wien mit dem Gemeindebau-Bonus 22/23 allen Mieter*innen in ihrem Wirkungsbereich helfen. Diese Hilfe komme schnell und treffsicher bei allen Betroffenen an, so Gaál. Konkret umfasst die finanzielle Unterstützung für alle Gemeindebaumieter*innen eine einmalige Sonder-Gutschrift der halben Nettomonatshauptmiete; einen Stufen-Bonus bei Mietzinssteigerungen; massive Erleichterungen bei Ratenvereinbarungen für jene Mieter*innen, die von Wohnungsverlust bedroht sind. Außerdem werden die Mittel für die Wohnungssicherung und Delogierungsprävention deutlich angehoben, kündigte Gaál an.
Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Gaál hob auch die Bedürfnisse der Frauen in Wien hervor. Hierbei habe die durchgeführte, größte Frauenbefragung wichtige Erkenntnisse gebracht. Von 15.500 Frauen konnten rund 77.000 Antworten auf offene Fragen gesammelt werden. „Die Ergebnisse sind für uns verpflichtend“, so Gaal über den Auftrag, Wien noch lebenswerter für Frauen zu machen. Auch Gewaltschutz sei ein großes Thema. Mit dem fünften Frauenhaus in der Stadt könne nun noch besser auf die Bedürfnisse, besonders junger Frauen und Mädchen, eingegangen werden.
Klimastadtrat Czernohorszky: „Gigantische Infrastruktur“ sichert Wiens Lebensqualität
Klimastadtrat Czernohorskzy stellte die Frage „Was ist zu tun, dass auch in 30 Jahren ein lebenswertes Leben in der Stadt möglich ist?“. Die Lösung heiße „Raus aus Gas bis 2040“, so Czernohorszky. Es komme diesbezüglich „eine Menge Arbeit“ auf die Stadt zu. Jedoch habe Wien bereits in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten eine „gigantische Infrastruktur“ geschaffen, die die Lebensqualität in der Stadt deutlich verbessert habe. Heuer würde beispielsweise die 1. Wiener Hochquellleitung ihr 150-Jahr-Jubiläum feiern. Wenn man groß denke, könne man große Veränderungen umsetzen, sagte Czernohorszky.
Angesichts zunehmender Extremwetter-Ereignisse wie Dürren und Starkregen seien weitere Projekte zur Wassersicherung notwendig. Noch dazu werde es im Jahr 2050 in Wien 2,2 Millionen Einwohner*innen geben, die zusätzlich 450 Millionen Liter Wasser pro Tag benötigen würden. Wien sorge mit Projekten in der Infrastruktur für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung. Dazu zählten etwa ein neuer Wasserspeicher in Neusiedl/Steinfeld (NÖ) mit bis zu einer Milliarde Liter Speicherkapazität und ein Grundwasser-Projekt auf der Donauinsel, von wo aus bis zu 22 Prozent des Wiener Wasserbedarfs abgedeckt werden könnten. Mit dem Wiental-Kanal starte noch in diesem Jahr ein 250 Millionen schweres Großprojekt zum Schutz der Stadt vor extremen Wetterereignissen wie Starkregen.
Auch die Erweiterung des Grünraums in der Stadt sei ein wichtiger Punkt für die Lebensqualität der Zukunft, führte Czernohorszky weiter aus. Wien habe in den vergangenen zwei Jahren bereits mehr als 70 Parks neu eröffnet oder umgestaltet. Diese Maßnahmen seien notwendig, um im dicht bebauten Gebiet Schutz vor Hitze zu bieten. In den kommenden Jahren werden weitere große Parkanlagen eröffnet, wie der Walter-Kuhn-Park am Neuen Landgut sowie Bereiche der Freien Mitte oder der Stadtpark Atzgersdorf.
Der infrastrukturelle und technische Wandel führe dazu, dass der Bedarf an qualifizierten Arbeitnehmer*innen in diesen Bereichen stark angestiegen ist und auch weiter ansteigen wird, bestätigt Czernohorszky. Allein aufgrund von Pensionierungen werde es in der Stadt Wien 21.000 neue Jobs zu besetzen geben. Daher sei man bemüht, möglichst viele Interessierte für eine Karriere im Team der Stadt Wien zu gewinnen. Dazu gehöre etwa auch eine Jobmesse im Rathaus und ein neuer Kommunikationsschwerpunkt unter dem Titel „Arbeiten an Wien“.
Vizebürgermeisterin Gaál verwies diesbezüglich auf die Initiative „Mädchen feiern Technik“. Dabei sollten Mädchen vermehrt für technische Berufe begeistert werden. Von März bis Juni 2023 könnten etwa junge Wienerinnen ab 10 Jahren die verschiedenen Labore der Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle (MA 39) besuchen und dabei viele Arbeitsgebiete kennenlernen – von Bautechnik und Bauphysik über Hygieneprüfungen bis hin zum Strahlenschutz. (Forts.) jaz/kri
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