Unter dem Motto „Was wir einander schulden. Europäische Perspektiven für eine geschlechtergerechte Wohlfahrtspolitik.“ findet heute, Montag, das 9. Barbara-Prammer-Symposium statt. Eröffnet wurde die Veranstaltung von SPÖ-Vorsitzender, Klubobfrau Dr.in Pamela Rendi-Wagner, die betonte: „Das heutige Prammer-Symposium stellt eine der ganz großen Fragen, die uns noch lange beschäftigen wird, ins Zentrum der politischen Auseinandersetzungen – nämlich, was wir einander schulden, die Grundsatzfrage nach gerechten sozialen Verhältnissen.“ In demokratischen Gesellschaften werden Verhältnisse als gerecht empfunden, wenn wir unsere gerechten Chancen bekommen, mitgestalten und mitentscheiden können. „Es geht um Respekt“, so Rendi-Wagner. Werde all das ignoriert, „wird Zug um Zug die Demokratie gefährdet. Diese grundsätzlichen demokratischen Voraussetzungen zu schaffen, zu erkämpfen und zu erhalten, war und ist stets die zentrale Aufgabe der Sozialdemokratie“. ****
Die Krisen in den letzten Jahren – von der Finanz- über die Corona- bis hin zur Teuerungskrise – haben viele Gewissheiten und Selbstverständlichkeiten infrage gestellt. „Krisen können Chancen und Aufbruch zu Neuem sein – aber nicht von selbst. Wir als Sozialdemokratie haben Krisen immer als Auftrag und Chance gesehen, die Gesellschaft nach vorne zu bringen“, so die SPÖ-Chefin. Die Krisen haben auch viele Defizite offenbart – etwa, wie ungleich Lasten und Folgeschäden verteilt sind. So habe die Pandemie gezeigt, wie ungleich Wohnraum und Grünflächen verteilt sind. Sie habe auch gezeigt, welche Berufsgruppen systemrelevant sind, um unsere Gesellschaft am Laufen zu halten – und wie sie entlohnt werden. Auch aktuelle Herausforderungen wie die größte Teuerung seit 70 Jahren zeigen, welche sozialen Gruppen unter teurem Heizen, explodierenden Mieten und teuren Lebensmitteln leiden. „Pensionistinnen trifft die Rekordinflation besonders hart. Frauen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben, verlieren durch die Bundesregierung – durch die Aliquotierung der ersten Pensionsanpassung – lebenslang einen Teil ihrer Pension“, so die SPÖ-Vorsitzende.
Was die Krisen der vergangenen Jahre auch gezeigt haben, ist, wie wichtig ein starker, handlungsfähiger Staat ist. „Der Sozialstaat hat Unternehmen und Wirtschaft vor dem Kollaps bewahrt – und nicht der Markt. Die Krisen haben gezeigt, wie wichtig gemeinschaftliche solidarische Sicherungssysteme sind. Wir sind aufgefordert, alles zu tun, um bestehende sozialstaatliche Institutionen und Solidarsysteme weiterzuentwickeln“, so die SPÖ-Chefin, und weiter: „Wir müssen fragen, welche Ressourcen und Chancen als Gesellschaft im Sinne eines gerechten Zusammenlebens zur Verfügung gestellt werden, damit alle in der Lage sind, die großen Transformationen zu meistern.“
Beim heutigen Symposium gebe es bei Referaten und Workshops viel Raum, Wissen zu teilen und gemeinsam neue Wege zu beschreiten. „Große Aufgaben stehen vor uns. Gemeinsam mit euch, mit Mut und Zuversicht, werden wir den vielen Krisen und Veränderungen der Gegenwart ihre Chancen abtrotzen“, so Rendi-Wagner. „Danke, dass ihr mit aller Kraft unsere politische Arbeit im Sinne einer gerechteren, besseren Welt unterstützt – ganz im Sinne der großen Sozialdemokratin und vor allem des großartigen Menschen Barbara Prammer, deren Leben und Wirken wir heute gedenken“, richtete Rendi-Wagner ihren Dank an die Organisator*innen, Teilnehmer*innen und Gäste des Symposiums. (Forts.) bj/lp
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