Internationaler Tag der Menschenrechte: Das Recht auf Protest steht im Zentrum der größten Menschenrechtsaktion des Jahres

Rund um den Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember am kommenden Samstag, erinnert Amnesty International daran, dass weltweit das Recht auf  Protest gefährdet ist. Der jährlich stattfindende Briefmarathon stellt heuer Fälle in den Fokus, bei denen Menschen aufgrund ihres friedlichen Protests inhaftiert wurden oder mit einer langjährigen Haftstrafe bedroht sind. In der weltweiten Kampagne ruft die Menschenrechtsorganisation dazu auf, Briefe, Emails und SMS zu schicken und sich so für Freiheit und Gerechtigkeit für Menschen einzusetzen, die unrechtmäßig inhaftiert sind.

„Wir beobachten auf der ganzen Welt, dass unser Recht, unsere Meinung zu sagen und uns für Themen öffentlich einzusetzen, eingeschränkt wird. Auch in Österreich gibt es leider solche Entwicklungen“, erklärt Annemarie Schlack, Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich.

Mit den millionenfachen Schreiben wird Druck auf Regierungen und Behörden ausgeübt und so erreicht, dass Menschen freikommen. Die Kampagne läuft seit mehr als 20 Jahren in über 200 Ländern auf der ganzen Welt und hat das Leben von über 100 Menschen in Gefahr verändert. Allein in Österreich wurden im vergangenen Jahr mehr als 16.000 Briefe geschrieben.

Worte verändern Leben – Briefe schreiben für Gerechtigkeit

„Einen einzelnen Brief kann man ungelesen weglegen. Millionen von Schreiben, die auf die Einhaltung von Menschenrechten pochen, können aber nicht ignoriert werden“, bringt es Annemarie Schlack auf den Punkt. „Der Briefmarathon verkörpert all das, wofür Amnesty steht – Menschen aus aller Welt, die zusammenstehen und mit einer Stimme gegen Ungerechtigkeit kämpfen. Ein Tweet, eine Unterschrift, ein Solidaritätsbrief an die Betroffenen oder eine Protestnote an die verantwortlichen Regierungen und Behörden – manchmal kann eine kleine Geste den Unterschied machen. Die 20 Jahre des Briefmarathons beweisen, dass Worte Macht haben.“

Recht auf Protest weltweit unter Bedrängnis

Für den heurigen Briefmarathon hat Amnesty International in Österreich drei Fälle ausgewählt:

Aleksandra Skochilenko aus Russland drohen bis zu zehn Jahre Haft für ihre Kritik am Angriffskrieg Russlands in der Ukraine. Sie hat in einem Supermarkt in St. Petersburg Preisschilder durch kleine Papieretiketten mit Fakten über die russische Invasion in der Ukraine ersetzt. Kurze Zeit später wurde sie dafür inhaftiert und sitzt nun unter schrecklichen Bedingungen in Haft. 

Dorgelesse Nguessan aus Kamerun wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, nachdem die alleinerziehende Mutter gemeinsam mit vielen anderen gegen die schlechte wirtschaftliche Situation in ihrem Land protestierte. Sie hat nichts weiter getan als friedlich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit wahrzunehmen.

Shahnewaz Chowdhury aus Bangladesch setzte sich für die von der Klimakrise betroffene Bevölkerung seines Landes ein. Nach einem verheerenden Sturm im Mai letzten Jahres, bei dem viele Menschen ihr Zuhause verloren, schrieb Shahnewaz auf Facebook, dass der Sturm eine Auswirkung des Klimawandels sei, zu dem u.a. ein umweltschädliches Kohlekraftwerk in seinem Land beitrug. Daraufhin reichte das Unternehmen Klage gegen ihn ein und es drohen ihm nun bis zu 10 Jahre Gefängnis.

Weitere Informationen: www.briefmarathon.at

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