KSÖ, AIT UND IV veranstalteten BLACKOUT-Training für KRITISCHE INFRASTRUKTUR-SEKTOREN

Das Kompetenzzentrum Sicheres Österreich (KSÖ) veranstaltete am 28. und 29. November 2022 gemeinsam mit dem AIT Austrian Institute of Technology und der Industriellenvereinigung ein Blackout-Planspiel, in dem die ersten Stunden und Tage nach einem Blackout, ausgelöst durch einen technischen Zwischenfall in einem Umspannwerk, realitätsnahe durchgespielt wurden. Dieses Training rund um technische und kommunikative Prozesse lieferte wertvolle Erfahrungen für den Ernstfall.  

Egal ob es sich um Unternehmen, Behörden oder Einsatzorganisationen handelt, das Thema Blackout betrifft jede Einrichtung in Österreich. Ein Ausfall von kritischen Institutionen kostet nicht nur viel Zeit, Geld und Nerven, sondern kann auch zum Ausfall von notwendigen Infrastrukturen führen oder sogar lebensbedrohliche Konsequenzen haben. Das Kompetenzzentrum Sicheres Österreich (KSÖ) sieht es als eine seiner Aufgaben, die Vorsorge und Vorbereitung zum Thema Blackout gemeinsam mit den Partnern aus Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Politik zu stärken.

Training in einer der modernsten IT-Simulationsumgebungen

Die Auswirkungen von Blackouts machen auf Grund der gestiegenen Abhängigkeit von verschiedensten digitalen Systemen, die sich über unterschiedlichste kritische Infrastrukturen erstrecken, die Beurteilung und Definition effektiver Schutzmaßnahmen immer schwieriger. Nun können im Kontext der AIT Cyber Trainings- und Übungsinitiative und auf Basis der modernen AIT Cyber Range Plattform sowie durch den Einsatz modernster digitaler Simulationssysteme erstmalig konkrete Auswirkungen für ganz Österreich simuliert werden. Damit wird es möglich, dass von unterschiedlichen beteiligten Akteuren aus öffentlicher Hand, Betreibern kritischer Infrastrukturen und Unternehmen wesentliche Erkenntnisse gewonnen werden, um jene Maßnahmen zu definieren und umzusetzen, damit eine höchstmögliche Verfügbarkeit unserer kritischen Infrastrukturen nachhaltig sichergestellt werden kann.

Österreichweite Herausforderung

Viele Unternehmen und Organisationen bereiten sich auf Blackout-Szenarien vor, indem sie Pläne und Prozesse entwerfen, wie zu reagieren ist, wenn kritische Situationen eintreten. Um den Umgang mit den Bedrohungen auch realitätsnah trainieren zu können, veranstaltete das KSÖ gemeinsam mit dem AIT Austrian Institute of Technology und der Industriellenvereinigung ein „KSÖ Blackout-Planspiel“. Aufbauend auf Erfahrungen aus früheren Blackout-Planspielen wurde hier der Fokus auf die Problematik der erschwerten Kommunikation zwischen den Beteiligten und politisch Verantwortlichen sowie auf eine zielgerichtete und konsistente Kommunikation mit der Bevölkerung gelegt.

Neun Teams kämpften gegen das Blackout und dessen Folgen

Im Rahmen der Übung kamen am 28. und 29. November 2022 im Raiffeisen Forum in Wien die unterschiedlichsten technischen und strategischen Spieler:innen, Beobachter:innen und Multiplikator:innen zusammen, um sich der hoch aktuellen Thematik „Blackout“ zu stellen. Diese Übung, die vom Bundesministerium für Inneres (BMI) gefördert wurde, erfuhr erneut – wie schon bei der letzten gemeinsamen Übung 2021 einen sehr hohen Zuspruch von Seiten aller Teilnehmenden.

Übungsszenario: Technischer Zwischenfall im Umspannwerk in Sandorfalva (Ungarn) und ein daraus folgender flächendeckender Stromausfall

Das Übungsszenario beim diesjährigen KSÖ Blackout-Planspiel bestand darin, dass es durch einen technischen Zwischenfall im Umspannwerk in Sandorfalva zu einem flächendeckenden Stromausfall kommt.

Die teilnehmenden Akteure aus den Bereichen der kritischen Infrastruktur-Sektoren Energieversorgung, Telekommunikation, Mobilität, Finanzdienstleistung, Gesundheitsversorgung sowie der Industrie, Behörden und relevanten Einsatzkräften agierten als Teile der jeweiligen Krisenstäbe und hatten dabei zwei zentrale Aufgaben: Während die Stromerzeuger und Netzbetreiber an der Wiederherstellung der Stromversorgung arbeiteten, beschäftigten sich die Betreiber kritischer Infrastrukturen aus den unterschiedlichen Sektoren mit der Bewältigung der vorherrschenden Situation. Im Rahmen des Planspiels wurde der Fokus auch auf die Zusammenarbeit sowie Koordination und Kommunikation zwischen den einzelnen kritischen Infrastruktur-Sektoren aber auch der Bevölkerung gelegt.

Zitate:

Mag. Gerhard Karner, Bundesminister für Inneres

„Das Bewusstsein für die gestiegene Wahrscheinlichkeit für derartige Entwicklungen ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Wir nehmen diese Aufgabe klar wahr und haben daher erst kürzlich das Krisensicherheitsgesetz auf den Weg gebracht, um für die zukünftige Ereignisse vorbereitet zu sein.“ 

Mag. Erwin Hameseder, Präsident KSÖ

„Das Thema Blackout ist nicht mehr nur eine Vorstellung, sondern bereits Realität. Umso wichtiger ist es daher, auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Das KSÖ-Blackout-Planspiel bot Vertretern aus den verschiedenen Bereichen der kritischen Infrastruktur, Behörden und Blaulichtorganisationen die Möglichkeit, ihre Prozesse und die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen zu erproben. Die Relevanz und Notwendigkeit solcher Planspiele zeigte sich auch an der Vielzahl der TeilnehmerInnen und BeobachterInnen. Ich möchte allen PartnerInnen und Organisationen, den beteiligten Unternehmen und auch den zahlreichen Interessierten für ihre Teilnahme und Unterstützung meinen Dank aussprechen. Ich möchte mich aber auch beim Austrian Institute of Technology, der Industriellenvereinigung und dem KSÖ-Team für ihre Planung und Umsetzung des Planspiels bedanken.“

Dr. Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security, AIT:

"Durch den Einsatz modernster digitaler Simulationswerkzeuge made in Austria können effektive Trainings in realitätsnahen Szenarien und eine zielgerichtete Weiterbildung in komplexen Infrastrukturen mit Expertinnen und Experten wirtschaftlich durchgeführt werden.“

Ing. Mag. Peter Koren, Vize-Generalsekretär, Industriellenvereinigung:

„Das Thema Versorgungssicherheit steht bei den heimischen Industriebetrieben an oberster Stelle. Initiativen, die zu mehr Planungssicherheit und Stabilität führen, wie das gemeinsame Planspiel, werden daher ausdrücklich begrüßt. Ein Blackout-Szenario – insbesondere vor dem Hintergrund multipler Krisen und Dekarbonisierungsambitionen – gehört zu den größten Unsicherheitsfaktoren mit potenziell schwerwiegenden Folgen für Gesellschaft & Industrie. Um auch weiterhin eine hohe Qualität der Versorgung in Österreich sicher stellen zu können, braucht es darüber hinaus große Investitionen in die Netz- & Speicherinfrastruktur sowie die hiermit verbundene drastische Beschleunigung von Genehmigungsverfahren.“

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