SOS Mitmensch: Staatsbürgerschaftsreform in Deutschland als Vorbild für Österreich

SOS Mitmensch spricht in Zusammenhang mit der in Deutschland geplanten Staatsbürgerschaftsreform von einem wichtigen Schritt für die Gleichberechtigung aller im Land geborenen Kinder und jahrelang ansässiger Menschen. Die Menschenrechtsorganisation ruft die österreichische Bundesregierung auf, die Reform in Deutschland als Vorbild für ein Verbesserung des Zugangs zur Staatsbürgerschaft zu nehmen. 

„Österreich ist derzeit Schlusslicht in Europa, was den Zugang zur Staatsbürgerschaft betrifft. Deutschland hingegen setzt wichtige Schritte, um sicherzustellen, dass sich im Land geborene Kinder von Anfang an zugehörig fühlen und gleiche Rechte haben. Das sollte sich Österreich zum Vorbild nehmen“, so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.  

Pollak ruft die österreichische Politik dazu auf, „Ja“ zur Staatsbürgerschaft für hier geborene Kinder zu sagen. In Deutschland sei bereits jetzt eine Regelung in Kraft, wonach im Land geborene Kinder, deren Eltern acht Jahre legal im Land leben, bei Geburt automatisch die Staatsbürgerschaft erhalten, erklärt Pollak. Jetzt will die deutsche Bundesregierung die Aufenthaltsfrist der Eltern von acht auf fünf Jahre senken. Das sei ein weiterer wichtiger Schritt für einen fairen und guten Start aller im Land geborenen Kinder, so SOS Mitmensch-Sprecher Pollak. 

Pollak kritisiert, dass es in Österreich derzeit für im Land geborene Kinder keinerlei Erleichterung beim Zugang zur Staatsbürgerschaft gibt. Kinder von Eltern, die kein gutes Einkommen haben, seien derzeit vom Erwerb der Staatsbürgerschaft sogar komplett ausgeschlossen, das sei soziale Ausgrenzung pur, so Pollak. 

SOS Mitmensch verweist auf aktuelle Zahlen der Statistik Austria, wonach bereits mehr als 250.000 in Österreich lebende junge Menschen, trotz Geburt im Land, nicht die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten haben. Die Betroffenen würden, obwohl sie hier geboren und aufgewachsen sind und obwohl ihre Eltern zum Großteil schon viele Jahr hier leben, vom Staat als „Fremde“ behandelt, kritisiert SOS Mitmensch. Eine faires Staatsbürgerschaftsrecht sei ein Gebot der Stunde, so die Menschenrechtsorganisation.

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