Seit 1925 wird der 31. Oktober als Weltspartag gefeiert, der nicht zuletzt wegen der von den Banken verteilten kleinen Geschenke vor allem bei vielen Kindern sehr beliebt ist. Das ist bei nicht wenigen am selben Tag auch Halloween. Die Frage „Süß oder sauer?“ beantwortete sich seit Jahren für alle mit Sparguthaben angesichts der Nullzinsen von selbst: Was die hoch verschuldeten Staaten angesichts der für sie billigen Geldschwemme freute, war für die Sparerinnen und Sparer mehr als nur saure Drops, sondern eher gruselig. Allein in Österreich verloren sie dadurch Jahr für Jahr etliche Milliarden an Kaufkraft.
Die sich bereits im Vorjahr aufbauende Inflation wurde von der Europäischen Zentralbank als angeblich ohnehin rasch wieder verschwindende Episode kleingeredet – um nicht von der seit Langem kritisierten Politik des billigen Geldes abweichen zu müssen, die ja auch die Euro-Kursverluste mitverursacht hat.
Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine und der in der Folge ausgelösten Energiekrise und Teuerungswelle brach die EZB-Argumentation endgültig in sich zusammen. Bei einer Rekord-Teuerung von zuletzt sogar über 10 Prozent konnte von Preis-Stabilität (und für diese soll die EZB ja sorgen) wahrlich keine Rede mehr sein. In mittlerweile drei Runden wurden zuletzt die Leitzinsen auf jetzt 2 Prozent angehoben, weitere Zinsschritte sind vorprogrammiert.
Aber auch wenn die Sparzinsen nun langsam nach oben gehen sollten, bleibt ein riesiges Loch zur Inflation. Bei den 323 Milliarden Euro, welche die Österreicherinnen und Österreicher derzeit an Cash und Spareinlagen halten, wird heuer ein zweistelliger Milliardenbetrag verpuffen. Es ist ein Weltspartag der Wert-Verluste.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. Tiroler Tageszeitung