Rauch will Datenlage zur Pandemiebekämpfung verbessern

Weitere Verbesserungen der Datenlage zur Bekämpfung der COVID-19-Pandemie will Gesundheitsminister Johannes Rauch durchsetzen. „Wir hatten gerade am Beginn der Pandemie in Teilbereichen eine katastrophale Datenlage. Wir hatten Regelungen beim Datenschutz, die es uns nicht erlauben, Daten miteinander zu verschneiden. Das ist eine Katastrophe“, wetterte Rauch am Mittwochabend beim APOtalk, einer Diskussionsveranstaltung der Österreichischen Apothekerkammer, die unter dem Titel „Freiheit & Verantwortung: Wie kommen wir sicher durch den Corona-Herbst?“ stand.

Um kommende Pandemien effizienter zu bekämpfen, brauche es Ausnahmeregelungen beim Datenschutz für gesundheitliche Notsituationen. „Wenn wir das nicht haben, werden wir beim nächsten Mal wieder an die Wand fahren. Es muss möglich sein, auf Spitalsdaten der Länder zuzugreifen. Es muss möglich sein, Gesundheitsdaten miteinander zu verschneiden. Ich kann sonst keine validen Aussagen machen“, so der Minister.

Dass der Datenschutz nicht zulasten der Gesundheitsversorgung gehen darf, betont auch Apothekerkammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr. „Die gute Nachricht ist, es gibt in Österreich nahezu alle Daten, die wir für eine Optimierung der Versorgung benötigen. Die schlechte Nachricht ist, dass wir das Potenzial dieser vorhandenen Daten aus Datenschutzgründen aktuell nicht ausschöpfen können.“

Rauch befürwortet Impfen in der Apotheke

Rauch spricht sich auch dafür aus, Apotheker:innen das Impfen der Bevölkerung in den Apotheken gesetzlich zu erlauben. „Ich hielte es für vernünftig“, erklärte der Gesundheitsminister beim APOtalk. Allerdings gebe es derzeit keine Mehrheit dafür, es hake „am Widerstand der Ärztekammer“.

Die COVID-19-Impfung in den Apotheken anzubieten wäre, so der Minister, durch das Vertrauen zwischen der Apothekerschaft und den Patient:innen, die in der Apotheke ein und aus gingen, „ein erster Schritt“. „Da würde ich beginnen und dann schauen wir weiter. Aber es ist ein weiter Weg“, ergänzte Rauch. Die Frage, ob sich der Minister von einer Apothekerin bzw. einem Apotheker impfen ließe, beantwortete dieser mit einem „Selbstverständlich“.

Bunter Themen-Mix beim APOtalk

Der APOtalk, das neue Gesprächsformat der Österreichischen Apothekerkammer, fand unter Teilnahme von Gesundheitsminister Johannes Rauch, Apothekerkammer-Präsidentin Ulrike Mursch-Edlmayr und dem deutschen Philosophen Julian Nida-Rümelin in der Apothekerkammer-Bibliothek in Wien statt.

Weitere Themen in Zusammenhang mit COVID-19, die aus interdisziplinärer und internationaler Perspektive beleuchtet wurden, waren Eigenverantwortung, Krisensicherheit, Maßnahmen zur Förderung der Gesundheitskompetenz, Schritte zur Überwindung der Polarisierung sowie Impulse, die das Gesundheitssystem durch die Corona-Pandemie erhalten hat.

Einmal im Quartal diskutieren beim APOtalk drei Gäste aus Politik, Wissenschaft, Gesundheit und Gesellschaft in der ältesten und bedeutendsten pharmazeutischen Fachbibliothek des deutschen Sprachraums über aktuelle und zukunftsorientierte Themen unserer Zeit. Unaufgeregt. Sachlich. Lösungsorientiert. Die Gespräche werden live im Netz gestreamt.

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