„Immer nur nach Fachkräften zu schreien und zu behaupten, die Menschen wollen nicht arbeiten, ist nicht nur zu einfach, sondern falsch. Die Zahlen belegen, dass mit fast vier Millionen ArbeitnehmerInnen so viele Menschen, wie noch nie in Beschäftigung sind“, sagt Ingrid Reischl, Leitende Sekretärin des ÖGB, anlässlich der veröffentlichten Arbeitsmarktdaten.
Die Arbeitslosenzahlen gehen zurück und sind auf einem niedrigen Niveau. „Das ist gut so, bedeutet aber auch, dass Betriebe sich mehr anstrengen und attraktive Arbeitsplätze anbieten müssen, wenn sie die besten Arbeitskräfte wollen“, so Reischl. „Das Angebot muss stimmen“, ist die Gewerkschafterin überzeugt. Jene Firmen, die das erkannt hätten, haben weniger Probleme, ihre Jobs zu besetzen. Dazu zählen bessere Arbeitsbedingungen, ordentliche Gehälter und Löhne, attraktive und planbare Arbeitszeiten, Arbeitszeitverkürzung sowie die Möglichkeit zur Vereinbarung von Familie und Beruf.
Ausgrenzung von Frauen und älteren ArbeitnehmerInnen endlich beenden
„Potential an Fachkräften gibt es noch“, betont Reischl, doch gewisse Gruppen werden „absichtlich oder strukturell” vom Arbeitsmarkt ferngehalten. Fast die Hälfte der Frauen arbeitet Teilzeit, die meisten davon, weil sie keine andere Möglichkeit haben. Sie müssen Kinder betreuen oder Angehörige pflegen. „Der Rechtsanspruch auf einen Kinderbildungsplatz ab dem 1. Geburtstag ist daher dringend notwendig“, fordert die Leitende ÖGB-Sekretärin.
Ebenso werde die Gruppe der älteren ArbeitnehmerInnen häufig ausgeschlossen. „Damit muss Schluss sein“, so Reischl: „Wir können nicht einerseits sagen, dass überall Fachkräfte gebraucht werden, die Menschen länger arbeiten sollen, aber gleichzeitig gibt man vielen ab 50 keine Chance auf Arbeit mehr.“ Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen haben die Betriebe selber in der Hand.
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