Wien (OTS) – Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht in einer ersten Reaktion auf die heute präsentierte OMV Strategie zwar positive Entwicklungen in die richtige Richtung, aber viel zu zögerliche Schritte beim Ausstieg aus fossiler Energie: „Dass der Ausstieg aus fossiler Energie unumgänglich ist, ist nun auch bei der OMV angekommen. Allerdings kommt der Rückzug aus Öl und Gas viel zu langsam und zögerlich. Statt einer Reduzierung der Öl- und Gasproduktion um ein Fünftel, braucht es mindestens eine Halbierung bis 2030 und Nullemissionen bis spätestens 2040“, fordert Johannes Wahmlüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000.
Die OMV gibt in der neuen Strategie an, die Öl- und Gasproduktion bis 2030 um ein Fünftel zu reduzieren. Für die Erreichung des 1,5 °C-Ziels braucht es aber eine Halbierung der Treibhausgasemissionen bis zu diesem Zeitpunkt, also auch einen viel stärkeren Rückgang der fossilen Energieproduktion. Die aktuelle Strategie ist somit nicht kompatibel mit dem 1,5 °C-Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens.
Kritisch sieht GLOBAL 2000 in dem Zusammenhang, dass kein rasches Ende der Erschließung neuer Öl- und Gasfelder in Sicht ist. Jedes Jahr steckt die OMV hunderte Millionen Euro in die Suche nach neuen Öl- und Gasfeldern. 2020 waren es mehr als 200 Mio. Euro. Weltweit ist nach einem UN-Bericht geplant, bis 2030 doppelt soviel fossile Energie zu fördern, als für die Einhaltung der 1,5 °C-Grenze noch zulässig ist. „Die Erschließung neuer Öl- und Gasfelder ist somit völlig unvereinbar mit dem Pariser Klimaschutzabkommen und muss sofort eingestellt werden und nicht erst mit vielen Jahren Verzögerung“, so Johannes Wahlmüller.
Sinnvoll sieht GLOBAL 2000 die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, wie Geothermie oder den Ausbau von Wind- und Solarenergie. Die Nutzung von Tiefenwärme kann uns unabhängig von Öl- und Gasheizungen machen und eine umweltfreundliche und preisstabile Wärmeversorgung sicherstellen. Mit geologischem Know-How kann die OMV wesentlich zum Gelingen eines Ausstiegs aus Öl- und Gasheizungen und der Entwicklung von klimafreundlicher Fernwärme beitragen.
Kritisch sieht GLOBAL 2000 die angekündigten Investitionen in die umstrittene Technologie CCS (Kohlenstoffabscheidung und Speicherung). Die Technologie ist in Österreich auf Grund massiver Umweltbedenken verboten. GLOBAL 2000 spricht sich dafür aus, CO2-Emissionen konsequent zu vermeiden und erst gar nicht entstehen zu lassen. Nur in sehr gut begründeten Ausnahmefällen, kann es Sinn machen, über den Einsatz zu diskutieren.
„Grundsätzlich sehen wir, dass die neue OMV Strategie in die richtige Richtung weist, doch die Pläne sind noch viel zu zögerlich. Die Einhaltung der lebenswichtigen 1,5 °-Grenze kann mit zögerlichen Schritten nicht erreicht werden, es braucht viel mutigere Ansätze. Beim Klimaschutz sehen wir insgesamt noch viel Luft nach oben, hier muss die OMV ihre Strategie noch deutlich nachschärfen“, so Wahlmüller abschließend.
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