VP-Mahrer/Walter ad Parkpickerl-Chaos in Wien: Immer mehr systematische Mängel – UNESCO Weltkulturerbe betroffen

Wien (OTS) – Das seit 1. März 2022 auf ganz Wien ausgeweitete System des Parkpickerls offenbart immer mehr planwidrige Mängel. Neben massiven Problemen für Gastwirte, Handelsunternehmen und Fachkräfte, melden sich nun auch die dadurch belasteten Wiener Landwirte zu Wort. „Es ist international nahezu einzigartig, dass in einer Millionenstadt knapp 700 landwirtschaftliche Betriebe angesiedelt sind. Für diese Betriebe wurde durch das Parkpickerl ohne Notwendigkeit ein grober Wettbewerbsnachteil geschaffen“, so Stadtrat Karl Mahrer.

Wiener Kulturgut und UNESCO Weltkulturerbe in Gefahr

Auch das traditionelle Wiener Kulturgut und UNESCO Weltkulturerbe der Heurigen und Buschenschanken ist durch die Parkraumverwirtschaftung der Stadt Wien in Gefahr. Die Gastwirtschaften werden hauptsächlich durch Familien betrieben, die ihre Produkte in eigener Landwirtschaft selbst herstellen und im Zuge der Heurigenwirtschaft Gästen anbieten. Durch die Ausweitung des Parkpickerls wird es große Umsatzeinbußen für unsere Heurigenwirtschaft geben. „Die Wiener Weinberge gehören ebenso ins Stadtbild wie die Heurigenkultur, für die unsere Hauptstadt auf der ganzen Welt bekannt ist. Wir sollten dieses Kulturgut schützen und nicht runterwirtschaften“, so der designierte Landesparteiobmann der Wiener Volkspartei, Karl Mahrer. Die Zufahrt zu den meist in Außenbezirken angesiedelten Betrieben ist durch die schlechte öffentliche Anbindung oft schwierig. Auch Familienfeiern werden durch die 2-Stunden Parkzeit-Begrenzung vor den Heurigen fast verunmöglicht. „Viele Gäste werden deshalb in andere Bundesländer abwandern. Dadurch entgeht den Wiener Betrieben einiges an Umsatz, den sie gerade nach der Covid-19 Pandemie so notwendig bräuchten“, so der Obmann des Wiener Bauernbundes, Norbert Walter.

Hürden, Hindernisse und drohende Strafen

Doch nicht nur die Weinbauern sind aus Wien nicht mehr wegzudenken, sondern auch die Gemüsebauern und Landwirte im Allgemeinen. Der Großteil des Obst- und Gemüsebedarfs unserer Millionenstadt wird allein durch die Wiener Gärtnerinnen und Gärtner gedeckt. Die Wiener Landwirtschaft leidet massiv unter dem Parkpickerl. „So müssen sich Simmeringer Gärtnerinnen und Gärtner, die bisher vor ihrem Haus im Gärtnergebiet auf ihren Privatgrundstücken parkten, nun auch noch um komplizierte Grundbuchsangelegenheiten kümmern. Das grenzt an Schikane“, so der Bereichssprecher für Landwirtschaft, Norbert Walter. Nur durch eine genaue Abgrenzung zwischen Privatgrund und öffentlichem Grund können Anzeigen wegen falschen Parkens verhindert werden. Diese Abgrenzung ist faktisch allerdings nicht so einfach und wirft einige Fragen auf.

Doppelte Kosten für Parkpickerl für Traktoren

Eine weitere künstliche Hürde stellt das für Traktoren notwendige „Zweitparkpickerl“ dar. Landwirten fallen neben dem Parkpickerl für ihren eigenen PKW auch noch Kosten für das Parkpickel für ihre landwirtschaftlich genutzten Traktoren an. Ein zweites Parkpickerl kostet jedoch nicht 10 Euro pro Monat wie das erste Parkpickerl, sondern 20 Euro. Für Landwirte mit Traktoren fallen also insgesamt 30 Euro pro Monat an Parkpickerl-Gebühren an. Das Abstellen von Anhängern bei der Feldarbeit oder Ernte, außerhalb einer eigens verordneten Ladezone, löst weitere Kosten aus. Hierfür muss zusätzlich noch ein Parkschein gelöst werden.

Lebensrealitäten der Wienerinnen und Wiener nicht beachtet

„Das bröckelnde System des Wiener Parkpickerls offenbart immer mehr Mängel. Die Wiener Stadtregierung hat mit der Ausweitung dieses veralteten Systems den Wienerinnen und Wienern keinen Gefallen getan. Die Lebensrealitäten der Bürgerinnen und Bürger wurden hier nicht beachtet“, so Mahrer abschließend.

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