trend: „Alles gurgelt“-Laborbetreiber Havel kritisiert BBG

Wien (OTS) – Michael Havel, Gründer des „Alles gurgelt“-Analyselabors Lifebrain in Wien, macht die Bundesbeschaffungsgesellschaft BBG für die Schwierigkeiten bei den Covid-Tests in den Bundesländern verantwortlich, berichtet das Wirtschaftsmagazin „trend“ in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe. „Die BBG hat bei der zweiten Ausschreibungsrunde die Bedingungen geändert. Seither werden nicht mehr die Testkits bezahlt, sondern nur mehr die tatsächlich abgewickelten Tests. Das war nicht gerade gut durchdacht, denn deswegen haben jetzt alle anderen Labors die Schwierigkeiten.“ In Wien hingegen werden die Testkits ebenfalls bezahlt und ermöglichen eine breite Verteilung der Testkits via Logistikpartner.

Wie der „trend“ berichtet, klagen Bundesländerlabors tatsächlich über die verschobene Risikokomponente seit den ersten Ausschreibungen der BBG. Die Gesellschaft legt in einem Rahmenvertrag die Rahmenbedingungen für alle Covid-Tests öffentlicher Stellen fest. Das Magazin zitiert den Geschäftsführer des Tauernklinikums, Franz Öller, der weite Teile der Covid-Massenscreenings in Salzburg, Steiermark und Burgenland über hat: „Wir haben Werte von mehreren hunderttausend Euro im Form von Testkits auf eigenes Risiko ausgeben müssen, und wissen nicht, ob wir das je zurück bekommen.“

Die BBG sieht eine Art Effizienzmaßnahme und rechtfertigt sich mit einem zusätzlichen „Einkaufshebel“, wie Sprecherin Barbara Weinmann dem „trend“ gegenüber betont: „Dem öffentlichen Auftraggeber entstehen so keine Kosten für Testkits, die nicht verwendet werden und gleichzeitig ist der Auftragnehmer angehalten, entsprechende Maßnahmen für eine höhere Rücklaufquote zusetzen.“

Havel kritisiert weiters eine mangelnde Qualitätskontrolle bei der Vergabe von Testerträgen an Labors: „Die BBG vergibt 1,9 Milliarden Euro, aber prüft inhaltlich nicht, wer die Zuschläge eigentlich bekommt. Mittlerweile sind viele Glücksritter in der Szene unterwegs.“ Auch hier kontert die BBG: „Öffentliche Organisationen wie Bundesländer sind selbst für die konkrete Vertragsgestaltung mit dem Lieferanten sowie für Abstimmungen während der Vertragsabwicklung zuständig.“

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