Samariterbund: Projekt zur Lebensmittel-Abfallvermeidung erhält ersten Nachhaltigkeitspreis der Stadt Wien

Wien (OTS) – Von Catering über Großküchen bis hin zur Kantine – es ist nicht immer leicht einzuschätzen, wie viele der zubereiteten Speisen auch tatsächlich gegessen werden. Und was überbleibt, landet derzeit leider meist im Müll.

Damit sich das in Zukunft ändert, hat das Österreichische Ökologie Institut gemeinsam mit dem Samariterbund Wien und den Partnern Impacts Cateringsolutions GmbH, Social food vienna und der Stadt Wien – Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle (MA 39) ein klimafreundliches Projekt ins Leben gerufen: Die „Lebensmitteldrehscheibe Wien – Soziale Weitergabe von Speisen aus der Außer-Haus-Verpflegung“.

Dabei wurde ein Modell entwickelt und getestet, das der Weitergabe von genießbaren Lebensmitteln und Speisen aus Großküchen dient, die derzeit entsorgt werden müssen. Nach diesem Modell können Speisen nun sicher und in rechtlichem Rahmen an soziale und sozio-ökonomische Einrichtungen weitergegeben werden. Der Samariterbund Wien ist dabei verlässlicher Logistik-Partner in der Abholung und Weitergabe der Lebensmittel an armutsgefährdete Menschen.

Das Projekt wurde nun von Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Dieser wurde unter dem Schwerpunkt-Motto „Zukunft.Stadt.Klima“ von der Stadt Wien gemeinsam mit OekoBusiness Wien vergeben.

Lebensmittelrettung und Klimaschutz

„Unser Ziel als Lebensmittelretter ist, die Verschwendung von Lebensmittel möglichst stark zu reduzieren und gleichzeitig armutsgefährdete Menschen zu unterstützen“, sagt Georg Jelenko, Leiter der Sozialmärkte des Samariterbund Wiens, der bei der rund einjährigen Testphase des Projekts mitwirkte.

„Um einen wesentlichen Beitrag zur Lebensmittel-Abfallvermeidung zu leisten, müssen wir Nahrungsmittel entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion in der Landwirtschaft bis hin zur zubereiteten Speise in unserer Arbeit berücksichtigen“, sagt Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Samariterbund Wiens: „Nur auf diese Weise kann die Verschwendung wertvoller Ressourcen gestoppt und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz erbracht werden.“

Durch Kooperationen mit verschiedenen Partnern aus dem Handel hat der Samariterbund bereits viel Erfahrung in der Lebensmittelrettung und Ressourcenschonung gesammelt. Das Projekt Lebensmitteldrehscheibe, mit dem genießbare Speisen aus der Gastronomie, dem Catering, Kantinen und anderen Großküchen gerettet werden, erreicht nun noch mehr bedürftige Menschen aus verschiedenen Einrichtungen und kommt ihnen regional zu Gute.

Enormer Handlungsbedarf

Allein in Österreich landet jährlich rund eine Million Tonnen genießbarer Nahrungsmittel im Müll. Nach einer Studie des World Wildlife Fund (WWF) aus 2021 werden 40 Prozent der weltweit produzierten Nahrungsmittel nie gegessen. Entlang der gesamten Wertschöpfungsklette werden insgesamt 2,5 Milliarden Tonnen Lebensmittelabfälle produziert, die eigentlich für den Verzehr vorgesehen waren. Beladen auf LKWs ergibt das eine Kolonne, die zwei Mal zum Mond und zurückreicht, so der WWF anschaulich in der aktuellen Studie.

Wie kann man Partner der Lebensmitteldrehscheibe werden?

Für eine möglichst flächendenkende Lebensmittelrettung in Wien und Umgebung werden gerne weitere Partner in das Projekt Lebensmitteldrehscheibe aufgenommen. Als Partner konnten bereits die renommierten Firmen Radatz, Gourmet, Eurest Österreich GmbH und der Catering-Spezialist Food affairs Feine Esskultur gewonnen werden. „Wir freuen uns, dass wir bereits einige namhafte Partner gewinnen konnten, die ihre hochwertigen Produkte bei Bedarf an die Lebensmitteldrehscheibe weitergeben. Je mehr Lebensmittel wir retten, desto effizienter können wir Notleidenden helfen und Ressourcen schonen. Gerne nehmen wir weitere Partner aus der Außer-Haus-Verpflegung auf, die Lebensmittel abgeben wollen“, sagt Jelenko. Die Abholung wird unkompliziert durch den Samariterbund Wien organisiert. Kontakt für Interessierte:
[georg.jelenko@samariterwien.at] (mailto:georg.jelenko@samariterwien.at)

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