24-Stunden-BetreuerInnen: Mahnschreiben vom Finanzamt statt Familienbeihilfe

Wien (OTS) – Seit Jahresbeginn sorgt die Reform der Finanzverwaltung von Finanzminister Blümel für Verwirrung und Irritationen bei BürgerInnen und UnternehmerInnen. Betroffen sind davon auch Tausende 24-Stunden-BetreuerInnen, die seit Monaten keine Familienbeihilfe ausbezahlt bekommen, und das obwohl sie in Österreich arbeiten und Steuern zahlen. „Es ist wie so oft eine Verhöhnung der 24-Stunden-BetreuerInnen, die von der Regierung und dem Finanzminister wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden“, sagt Christoph Lipinski von vidaflex, der gewerkschaftlichen Initiative für EPUs und Neue Selbständige.

„Hunderte KollegInnen aus der 24-Stunden-Betreuung haben uns in den vergangenen Wochen kontaktiert und uns erzählt, dass sie seit Monaten keine Familienbeihilfe überwiesen bekommen haben“, sagt Lipinski. Die Gründe dafür seien nicht klar auszumachen. Stattdessen bekommen die BetreuerInnen aber regelmäßig Mahnschreiben vom Finanzamt.

„Die KollegInnen finanzieren sich mit ihrer wertvollen Arbeit in Österreich den Lebensunterhalt ihrer Familien in Kroatien, Ungarn oder Rumänien. Mahnschreiben sorgen für akute Existenzängste, weil die BetreuerInnen befürchten, ihren Job nicht mehr machen zu dürfen. Sie verstehen die Welt nicht mehr, weil sie die in den Mahnschreiben verlangten Unterlagen bereits mehrfach an die zuständigen Stellen geschickt haben“, kritisiert Andreja Grabovac, Communitysprecherin für die 24-Stunden-Betreuung bei vidaflex, und ortet eine behördliche Schikane. „Statt unseren Mitgliedern ihr zustehendes Geld rückwirkend und unbürokratisch auszubezahlen, bekommen sie Aufforderungen, fehlende Unterlagen, die sie bereits nachweislich mehrmals per Post eingeschrieben oder über Finanzonline übermittelt haben, noch einmal zu schicken“, so Grabovac, die auf den daraus entstehenden finanziellen Aufwand für die BetreuerInnen hinweist.

Fehlende Unterlagen müssen zusätzlich behördlich auf Deutsch übersetzt sein, damit sie vom Finanzamt anerkannt werden. „Auf der einen Seite bekommen die KollegInnen die ihnen zustehende Familienbeihilfe nicht und auf der anderen Seite werden sie für Übersetzungen zur Kasse gebeten“, ärgert sich die vidaflex-Vertreterin und betont, dass für viele 24-Stunden-BetreuerInnen bereits der Eindruck entstanden sei, dass die Finanzämter die Unterlagen wegwerfen, nur um kein Geld ausgeben zu müssen.

Lipinski und Grabovac fordern das zuständige Ministerium von Minister Blümel daher auf, umgehend Licht ins Dunkel zu bringen und den Betroffenen die ihnen zustehende Familienbeihilfe schnellstmöglich auszuzahlen. „Das alles ist für uns der Beginn eines bürokratischen Schildbürgerstreichs, der von Bundesminister Blümel dringend abgestellt werden muss“, so Christoph Lipiniski und Andreja Grabovac von vidaflex.

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