Wien (OTS) – „Die von der Bundesregierung durchgeführten Antikörpertests in den Risikogebieten liefern genau gar keine verwertbaren und zielführenden Ergebnisse. Diese Scheingenauigkeit ist eines Wissenschaftlers nicht würdig“, reagiert NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker verärgert auf die heute von Minister Heinz Faßmann präsentierte zweite Corona-Dunkelzifferstudie. „Natürlich plädieren gerade wir NEOS immer für breite Teststudien im Kampf gegen eine Ausbreitung des Coronavirus‘ – das haben wir von Anfang an betont. Doch diese Tests über die Immunisierung der Menschen in den Corona-Hotspots geben null Überblick über die Gesamtsituation und helfen in der aktuellen Situation niemandem weiter. Hier hat die Bundesregierung leider verabsäumt, eine größere Erkenntnis über die Lage in Österreich zu bekommen. Österreich ist weiter im Blindflug unterwegs.“
Faktor „Unsicherheit“ bei Bevölkerung muss berücksichtigt werden
Angekündigt hatte die Bundesregierung, dass sie 540 Personen in Hotspots mittels PCR-, Antikörper-Labor- und Antikörper-Schnelltest testen wolle, um erstens Rückschlüsse auf den Immunisierungsgrad ziehen zu können und zweitens, um zu überprüfen, wie gut die Antikörper-Schnelltests sind. „Die Antwort nach der Qualität der Schnelltests ist Faßmann bei der heutigen Pressekonferenz aber schuldig geblieben. Und bei 269 Testungen, die über 27 Hotspot-Gemeinden verteilt waren, auf einen Immunisierungsgrad der Gesamtbevölkerung schließen zu wollen, ist keineswegs seriös. Wir bewegen uns hier im Zehntelprozentbereich.“ Dazu komme noch die ganz persönliche Angst, die Unsicherheit der Menschen, die in kleinen Orten leben, wo jeder jeden kennt, sich auf eine eventuelle COVID-Erkrankung testen zu lassen. Loacker: „Hier lebt man nicht im Schutz der Anonymität einer Großstadt. Man muss jedenfalls berücksichtigen, dass womöglich Bewohnerinnen und Bewohner von Kleinstädten sich einer Testung aus Schutz ihrer Privatsphäre entziehen könnten. Berechnet man jenen Faktor mit ein, kommt man zu dem Schluss, dass es keinen Schluss geben kann: zu kleine Stichprobe gepaart mit zu unsicheren persönlichen Aspekten.“
Dass die Zahl der akut Infizierten zurückgeht, wisse man schon von den tatsächlichen PCR-Testungen, betont Loacker, und alles andere, was den Immunstatus betrifft, könne nicht aus dieser Mini-Studie abgeleitet werden. Auch die „Scheingenauigkeit, von einem einzigen infizierten Fall in der Stichprobe auf 10.823 Infizierte in Österreich hochzurechnen ist wissenschaftlich in hohem Maße unseriös“, befindet Loacker.
NEOS fordern bundesweite Antikörperstudie
Loacker pocht nun darauf, dass die weitere Öffnung der Gesellschaft und Wirtschaft mit einer repräsentativen, bundesweiten Antikörperstudie begleitet wird. Dass das möglich ist, zeige das Beispiel Deutschland, wo eine derartige Studie mit 15.000 Probanden gerade anläuft – „da kann sich Faßmann noch so oft hinstellen und betonen, dass Österreich weiter ist als Deutschland, es wird nicht wahrer. Die Pressekonferenzen der österreichischen Bundesregierung haben vielleicht Unterhaltungswert. Sie haben definitiv keinen Informationswert.“
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