Wien (OTS) – Anlass zur Freude gibt das Kultur- und Wissenschaftsbudget: Nach Jahren der Stagnation steigt das Kultur-und Wissenschaftsbudget heuer von 253,3 Mio. im Vorjahr auf 279,4 Mio. im Jahr 2020. Das entspricht einer Erhöhung von 26 Millionen Euro bzw. mehr als 10 Prozent. Damit beträgt der Anteil der Kultur und Wissenschaft am Gesamtbudget 1,72 Prozent.
„Es ist überaus erfreulich, dass es gelungen ist, mehr Geld für die Kultur und Wissenschaft zu erkämpfen“, unterstreicht Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler. „Die Erhöhung der einzelnen Förderungen soll u. a. schrittweise in gerechtere Bezahlung der Kulturschaffenden münden, die Unterdotierung von Institutionen und Vereinen beheben sowie längst überfällige technische und bauliche Sanierungen ermöglichen“.
Care & Repair in der darstellenden Kunst
Die Erhöhung von 26 Millionen kommt allen Bereichen zugute, allen voran erhält der Theaterbereich für die Klein- und Mittelbühnen sowie die freie Szene 4, 3 Mio. mehr. Davon stehen zwei Millionen Euro zur Stabilisierung und Neuausrichtung des Volkstheaters bereit. Zentrales Anliegen ist es, die prekäre Arbeitssituation von Kunstschaffenden zu verbessern. „Diese Höherdotierungen sind eine konkrete Fair-Pay-Maßnahme: Sie sollen in erster Linie den Kulturschaffenden und den in Theatern Beschäftigten zugutekommen, um sie gerechter und besser zu bezahlen“, so die Kulturstadträtin und ergänzt: „Daher werden nun unter der vorgegebenen Devise 25 Klein-und Mittelbühnen sowie freien Gruppen eine signifikante Steigerung ihrer Subvention erhalten“.
Mehr Geld für Film & Kino
Für den Film- und Kinobereich sind 1,1 Mio. mehr für die Filmproduktion, Festivals und Kinostandorte vorgesehen: Mit der Einführung einer neuen Förderschiene, die mit 500.000 Euro dotiert ist, werden in Zukunft auch mittelgroße Filmprojekte gefördert werden können. Damit wird die Lücke zwischen der Nachwuchsförderung der Kulturabteilung und den filmischen Großprojekten des Filmfonds Wien geschlossen. Nicht nur die Förderung der Filmproduktion wird erhöht, sondern auch jene für die Kinostandorte. Damit soll die Erhaltung und Sicherung von Arthouse-Kinos in Wien ermöglicht werden. Nicht zuletzt erhält auch die Festivallandschaft eine notwendige Mehrsubvention von fast 300.000 Euro.
Wien wächst und damit auch die Kultur
Wien wächst, insbesondere auch an den Rändern der Stadt. Dieser Dynamik muss auch seitens der Kultur Rechnung getragen werden. Ein kulturpolitischer Schwerpunkt gilt daher der Stadtteilkultur; mit ca. 3 Mio. Euro mehr werden bestehende Projekte abgesichert und neue Akzente gesetzt: Bezirkszentren werden unterstützt, die ARGE Bezirksmuseen wird aufgewertet und servisiert, darüber hinaus sorgen Shift, Stadtlabore, zahlreiche kleinere (inter-)kulturelle Vereine für neue soziale Räume und Begegnungen.
Der Mensch im Mittelpunkt: Digitaler Humanismus
Der Etat für Wissenschaft wird 2020 um über 2,3 Mio. Euro aufgestockt. Davon stehen allein mindestens 1 Mio. Euro für Projekte im Bereich „Digitaler Humanismus“ zur Verfügung, um diese Initiative als Kernthema der Stadt zu verankern. Indem Wiens traditionsreiche Hochschulen der Geisteswissenschaften an die Entwickler neuer Informationstechnologien herangeführt werden, möchte die Stadt den Menschen erneut ins Zentrum technischer Innovation stellen.
Das Wien Museum wird für die weiteren Schritte des Um- und Ausbaus mit 7 Mio. bedacht.
Erfreuliche Nachrichten auch für die Bildende Kunst, dafür gibt es 1,5 Mio. Euro mehr: Das Ankaufsbudget für Kunstwerke wird verdoppelt, erhöht werden auch das Künstlerhaus und die Foto Wien. Ein Artist-in-Residence-Programm ist in Vorbereitung.
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