Linz (OTS) – Es war offenbar selbst den Gastgebern zu peinlich, um in der Presseaussendung zu zitieren, was Peter Turrini so über die Bundesregierung von sich gegeben. Der Autor war Festredner bei einer SPÖ-Veranstaltung — und kramte dabei tief in der Kiste der Verbalinjurien. Nicht einmal den Titel der Turrini-Rede mochte die SPÖ nennen, der da lautete: „Nachrichten aus Österreich oder Was uns bedroht, sind nicht die Ozonlöcher, sondern die Arschlöcher“. Die Regierung sei „frei von Moral“ und betreibe einen „Staatsstreich in Zeitlupe gegen die Zivilgesellschaft“, wetterte er, in Sebastian Kurz sieht der Dichter einen „adrett zugerichteten jungen Mann in der Bundeskanzlerpose“.
Lesart der SPÖ: „Turrini führte anhand vieler Beispiele aus, mit welchen Maßnahmen die schwarz-blaue Regierung die Lage von Arbeitern, Minderheiten und Flüchtlingen verschlechtere“. Das ist verharmlosend und die halbe Wahrheit, denn an die Genossen richtete Turrini unter anderem diese Frage: „Ist das Innenleben Ihrer Partei so desaströs, dass Ihre Vorsitzenden nichts wie weg wollen? Als Autoverkäufer nach Argentinien, als Handlanger zu kasachischen Potentaten oder wohin auch immer?“ Das war wohl ein bisschen zu viel an Wortgewalt — aber verschwiegen soll es auch nicht werden.
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