Pflegegeld – eine sozialpolitische Revolution wird 25

Wien (OTS) – Als „sozialpolitische Revolution“ bezeichnet Ingrid Korosec, Vorsitzende des Österreichischen Seniorenrates und Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes, die Einführung des Pflegegeldes im Jahr 1993. Für sie wurde durch dieses Gesetz Pflegebedürftigkeit erstmals als allgemeines soziales Risiko akzeptiert.

Als Vertreterin von knapp 2,5 Millionen Menschen der Generation 65+, von denen 460.000 Pflegegeld beziehen, sieht sie dessen Valorisierung als vordringliche Aufgabe, denn de Facto verlor es seit Einführung ca. 35% an Wert. Nicht zu erhöhen hält Korosec für den falschen Weg. Schließlich ermöglicht der Zuschuss vielen Menschen mit Betreuungsbedarf weiter zuhause zu wohnen. „In den eigenen vier Wänden leben zu können, ist der größte Wunsch vieler älterer Menschen. Und für die öffentliche Hand ist die Pflege zuhause die weitaus günstigste Form der Betreuung“, hält Korosec fest.

In den nächsten 30 Jahren kommt es durch die Babyboomer Generation der 1960er Jahre zu einem tiefgreifenden demographischen Umbruch. Der Anteil der Generation 65+ an der Bevölkerung steigt auf 25%, die Lebenserwartung liegt dann bei über 85 Jahren und immer mehr Menschen leben als Single. Die zunehmende Berufstätigkeit der Frauen führt zu einem Rückgang der Pflege durch Angehörige. Das Pflegegeld wird eine zunehmend wichtige Rolle spielen, dass ältere Menschen selbstständig und unabhängig leben können. Jeder in die Pflege investierte Euro macht sich zudem mehrfach bezahlt, denn die Pflege entwickelt sich zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor und gibt jungen Menschen Arbeit.

Dass Pflegegeld jeder unabhängig von einer Erwerbstätigkeit erhält, ist für Ingrid Korosec ein zentraler Punkt des österreichischen Sozialsystems, der auch die Richtung der dringend anstehenden Pflegereform vorgibt: Adäquate Pflege muss für jeden leistbar sein und auch bleiben. Korosec plädiert dafür, dass Pflege als Teil des Gesundheitssystems verstanden wird. Länder wie Dänemark, wo Gesundheit und Soziales administrativ und budgetär zusammengefasst sind, haben damit beste Erfahrungen gemacht.

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