Wien (OTS) – Am „ORF III Kulturdienstag“, dem 29. Mai 2018, begibt sich Karl Hohenlohe zuerst auf Antiquitätenjagd und dann auf Erkundungstour durch imposante Herrensitze Österreichs. Gestartet wird mit einer neuen Ausgabe des ORF-III-Kunst- und Antiquitätenmagazins für Sammler, Kunstliebhaber und Trödel-Fans, das diesmal ganz im Zeichen der Wiener Moderne steht. Von Zigarettenetuis eines der bedeutendsten Kunsthandwerker Österreichs, einem Biedermeier-Sessel mit orakelhafter Formensprache und Keramik-Madonnen von vergessenen Heldinnen der österreichischen Design-Geschichte: „Was schätzen Sie ..?“ (20.15 Uhr) erinnert diesmal an Persönlichkeiten, die im Wien um 1900 das Kunstverständnis der ganzen Welt auf den Kopf gestellt haben. Danach führt Karl Hohenlohe in der zweiten Folge der neuen, sechsteiligen ORF-III-Reihe „Herrensitze“ zum „Schloss Artstetten“ (21.05 Uhr) in Niederösterreich. Es hätte das Refugium eines Kaisers werden sollen und wurde die Gruft eines verhinderten Thronfolgers. Schloss Artstetten atmet mit jeder Fuge die Geschichte des Doppeladlers. Franz Ferdinand bekam diesen Sitz in Jugendjahren von seinem Vater geschenkt und baute ihn über die Jahre mit viel Geld und Hingabe zu einem stattlichen Landsitz aus. Karl Hohenlohe zeigt, wie es sich hier gelebt hat, und besucht auch jene denkwürdige Grablege im Untergeschoß, wo Franz Ferdinand und seine Frau Sophie nach ihrer Ermordung in Sarajevo beigesetzt wurden.
Anschließend stehen zwei Ausgaben „Mythos Geschichte“ auf dem Programm, beginnend mit „Herrenchiemsee – Sonne, Mond und Märchenschloss“ (21.55 Uhr). Bis heute pilgern Jahr für Jahr eine halbe Million Menschen auf die Herreninsel im bayerischen Chiemsee. Da nicht geplant war, dass je ein Mensch hier lebt, gibt es im ganzen Schloss keine Küche und kein Gästezimmer. Dennoch wurde ein 98 Meter langer Festsaal gebaut, in dem allerdings nie ein Fest stattfinden sollte. Das ganze Schloss war als Gedenkstätte an den französischen Sonnenkönig Ludwig XIV. angedacht gewesen. Der bayerische König Ludwig II. war quasi nur Untermieter und das auch noch ohne Küche, aber immerhin mit Swimming-Pool. Mit „Ludwig II. und die Bayern“ (22.45 Uhr) geht es weiter. Die breite Öffentlichkeit hatte den Bayernkönig Ludwig II. weitgehend als Spinner abgeschrieben. Doch Ludwig war keineswegs nur ein versponnener Träumer, sondern verfolgte klare politische Ziele. Er glaubte an das „Dritte Deutschland“, an eine eigenständige Kraft neben Preußen und Österreich. Der föderale Staatenbund der kleinen und mittleren deutschen Länder war Mitte des 19. Jahrhunderts ein Gegenmodell zu einem Bundesstaat unter preußischer Führung. Gescheitert ist die Vision am politischen Genie Otto von Bismarcks und der militärischen Stärke des Hohenzollern-Staats.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
(C) Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender. ORF