Wien (OTS) – Im Vorjahr haben die Österreicher gemeinnützige Organisationen mit einem neuen Höchststand von rund 60 Millionen Euro in Form von Testamentsspenden unterstützt. Eine neue Umfrage des market Instituts zeigt, dass bereits 76% der Österreicher über 40 wissen, dass man auch gemeinnützige Organisationen im Nachlass berücksichtigen kann – ein positives Signal für „Vergissmeinnicht – Die Initiative für das gute Testament“, die seit 2012 über diese Möglichkeit informiert. Insgesamt ist der Informationsbedarf beim Thema Erben jedoch groß: Nur 30% der Bevölkerung über 40 Jahren hat bereits ein Testament gemacht. Die wenigsten wissen über die rechtlichen Rahmenbedingungen seit der Einführung des neuen Erbrechts 2017 Bescheid. Teils große Unterschiede beim Erstellen eines Testaments sowie beim Vererben für den guten Zweck herrschen in den einzelnen Bundesländern sowie zwischen Personen mit und ohne Kinder.
Um das große Informationsbedürfnis der Bevölkerung beim Thema Erben zu stillen und Interessierten zu zeigen, was zu beachten ist, wenn man eine gemeinnützige Organisation im Testament bedenken möchte, hat Vergissmeinnicht die „Woche des guten Testaments“ ins Leben gerufen. Ab 23. Mai informieren die Initiative und ihre 78 Mitgliederorganisationen bei Veranstaltungen in ganz Österreich. „Da nur 30% der Menschen über 40 hierzulande ein Testament verfasst haben, ist uns die Aufklärungsarbeit über die Wichtigkeit eines Testaments ein besonderes Anliegen.“, betont Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verbands und Initiator von Vergissmeinnicht. Liegt kein Testament vor und sind auch keine gesetzlichen Erben vorhanden, fällt die Erbschaft automatisch an den Staat (2012-2015 über 12 Mio. Euro). „Mit einem Vermächtnis für den guten Zweck kann nicht nur selbst bestimmt werden, was mit dem eigenen Vermögen nach dem Ableben geschieht, es eröffnet auch die außergewöhnliche Möglichkeit, Anliegen, die einem schon immer wichtig waren, über das eigene Leben hinaus zu unterstützen.“, so Lutschinger.
Eine in Kooperation mit der Österreichischen Notariatskammer durchgeführte Meinungsumfrage zeigt, dass sich 13% der ÖsterreicherInnen ein Vermächtnis für den guten Zweck vorstellen können. 1% hat schon ein Testament zugunsten einer gemeinnützigen Organisation gemacht. Bei Personen ohne Kinder ist die Bereitschaft wesentlich höher: 21% können es sich vorstellen, 3% haben bereits ein gemeinnütziges Testament gemacht. Am größten ist das Interesse an einer Testamentsspende in Wien und Salzburg, am niedrigsten in Vorarlberg. Hier ist auch der Informationsstand zum Thema am geringsten. Besonders hoch ist die Bereitschaft in den Städten, vergleichsweise gering hingegen im ländlichen Raum.
Große Unterschiede in den Bundesländern
Ein Testament bereits erstellt haben hierzulande 36% der Männer und 24% der Frauen. Insgesamt am verbreitetsten sind Testamente in Oberösterreich. 42% der Menschen haben dort ein Testament verfasst. In Tirol sind es hingegen nur 16%. Den TirolerInnen ist das Thema Testament auch gemeinsam mit den BurgenländerInnen am unangenehmsten. Bei der Testamentserstellung ist der Notar in ganz Österreich erster Ansprechpartner. In Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark ist der Gang zum Notar am stärksten etabliert. In Wien verlässt man sich am häufigsten auf die gesetzlichen Regelungen.
Gute Gründe für ein Testament
47% der Befragten geben an, durch ein Testament „ein gutes Gefühl der Ordnung“ zu haben, 41% möchten durch die Regelung des Nachlasses Streit unter den Angehörigen vermeiden und 40% wollen, dass die Aufteilung des Nachlasses nicht dem Zufall überlassen wird.
Für ein gemeinnütziges Testament spricht bei den Befragten mit 47% vor allem der Wunsch, über das eigene Leben hinaus etwas Gutes zu tun. Bei kinderlosen Personen liegt dieser Wert sogar bei 67%. Insgesamt liegen den TestamentsspenderInnen Tier- und Umweltschutz sowie Hilfe für Kinder und Jugendliche besonders am Herzen. 39% der ÖsterreicherInnen können sich ein Legat aufgrund des persönlichen Bezugs zu einer Organisation vorstellen.
Testamentsspenden in Österreich
Rund 60 Millionen Euro betrugen 2017 die Testamentsspenden zugunsten gemeinnütziger Organisationen. Dies sind beinahe 10 % des gesamten Spendenaufkommens in Österreich. „Jeder 10. Spendeneuro wird also mittlerweile über Testamente gespendet!“, zeigt sich Günther Lutschinger beeindruckt.
Über Vergissmeinnicht
„Vergissmeinnicht – Die Initiative für das gute Testament“ vereint 78 österreichische gemeinnützige Organisationen. Zusammen mit dem Träger der Initiative, dem Fundraising Verband Austria, und Kooperationspartnern wie der Österreichischen Notariatskammer wollen sie die österreichische Bevölkerung über die Möglichkeit informieren, im Testament neben Angehörigen auch eine gemeinnützige Organisation zu berücksichtigen. Dahinter steht die gemeinsame Überzeugung, dass man mit einem Vermächtnis für den gemeinnützigen Zweck über das Leben hinaus Gutes tun kann.
Im Rahmen der „Woche des guten Testaments“ informiert Vergissmeinnicht bei zahlreichen Veranstaltungen – so etwa am 23. Mai ab 16.30 Uhr im Wiener Konzerthaus oder am 29. Mai ab 18 Uhr in der Claudiana Innsbruck (Altes Rathaus).
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