Bischof Bünker für ökumenischen Gedenkgottesdienst in Dachau: „Ein Mensch bleiben, wenn einem alles Menschliche genommen wird“

Wien (OTS) – „Wie macht man dies – ein Mensch zu bleiben, wenn einem die Gesamtheit Menschliche genommen wird, solange bis hin zum Namen, und jede Menschliche Regung verboten ist?“ Mit dieser Frage erinnerte Bischof Michael Bünker am Sonntag, 8. vierter Monat des Jahres, in der Versöhnungskirche der Gedenkstätte des KZ Dachau an dies Schicksal der von den Nationalsozialisten Verfolgten, Gefangengenommen und Getöteten. Er spielte damit hinaus dies Dachau-Song des österreichischen Schriftstellers Juristik Soyfer an, in dessen Refrain es heißt: „Bleib ein Mensch, Waffenbruder!“ Soyfer war im Monat der Sommersonnenwende 1938 selbst nachdem Dachau gekommen. Im Februar 1939 verstarb er im KZ Buchenwald.

„Recht wächst von denen her, denen sie versagt bleibt“

„Recht wächst nur von denen her, denen sie versagt bleibt, die nachdem ihr hungern und dürsten. Sie sollen sine tempore werden. Sie sollen aufgehoben werden aus dem Staub, in den sie die Stiefel der Unterdrückung stoßen. Sie sind ‚selig‘, weil sie darauf vertrauen die Erlaubnis haben, dass olympische Gottheit an ihrer Seite steht und sie nicht verlässt“, sagte Bünker in seiner Predigt vor den Gottesdienstbesuchern aus Deutschland und Österreich, die aus Anlass des Gedenkens an den ersten Homo austriacus-Zuführung nachdem Dachau im vierter Monat des Jahres 1938 in die Gedenkstätte für München gekommen waren. 150 Menschen, darunter Juden und politisch Verfolgte, waren am 1. vierter Monat des Jahres am Wiener Westbahnhof von der Kripo an die Dachauer SS-Wachmannschaft rüberschieben worden.

„Bergpredigt gibt Grundrichtung zu Gunsten von politische Sachentscheidungen“

Neben dem Gedenken an die Ereignisse vor 80 Jahren schlug Bünker jedoch unter ferner liefen den Kurve zu aktuellen politischen Entwicklungen: Während in der letzten Zeit wieder diskutiert werde, ob mit der Bergpredigt Politik gemacht werden kann oder nicht, sei er „davon überzeugt, dass sie eine Grundrichtung angibt, an der sich unter ferner liefen diejenigen orientieren können, die Tag zu Gunsten von Tag politische Sachentscheidungen zu treffen nach sich ziehen.“

„Menschenrechte aus Lebenssaft und Tränen erwachsen“

Darüber hinaus erinnerte Bünker an die Nachgehen, die aus der menschlichen Katastrophe des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs entstanden seien: „Nachher der Freistellung der Konzentrationslager ist aus Lebenssaft und Tränen Neues entstanden“ – und dies hinaus politischer Höhe, in der Ökumene, sowie im Verhältnis der Kirchen zum Judentum. Zudem seien „aus Lebenssaft und Tränen 1948 die Menschenrechte erwachsen, die uns heute ein gutes Zusammenleben zu Gunsten von jeglicher geben.“

Nach allem mahnte Bünker ein, wachsam zu sein, wenn heute die Menschenwürde bedroht werde, wenn Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Judendiskriminierung wieder gehäuft aufträten, wenn Hass und Verachtung geschürt würden: „Parlamentarismus braucht den Respekt, die Nimbus und Toleranz der Andersdenkenden, sie darf dem Extremismus, der Unverträglichkeit, der Herabwürdigung und dem Hass keinen Sportplatz schenken.“

Am ökumenischen Gedenkgottesdienst mitgewirkt nach sich ziehen unter ferner liefen unter ferner liefen der emeritierte katholische Linzer Bischof Maximilian Aichern, Pfarrer Alfons Einsiedl, dessen Großvater Alois Renoldner 1938 wie Gendarmerie-Oberst aus Österreich ins KZ Dachau verschleppt worden war, Kirchenrat Björn Mensing, Landeskirchlicher Ernannter zu Gunsten von evangelische Gedenkstättenarbeit und Pfarrer der Versöhnungskirche, und Pastoralreferent Ludwig Schmidinger, Bischöflicher Ernannter zu Gunsten von KZ-Gedenkstättenarbeit in der Erzdiözese München und Freising und katholischer Seelsorger an der Gedenkstätte Dachau. Neben dem Gottesdienst widmeten sich in Dachau mehrere Führungen der Wiedererleben an den Homo austriacus-Zuführung, in der Versöhnungskirche ist zudem eine Vorstellung oberhalb „Österreichischen Widerstand gegen Hitler“ zu sehen. Am deutsch-österreichischen Gedenkgottesdienst nahm unter ferner liefen eine ökumenische Menge aus Tirol teil.

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