Innsbruck (OTS) – Wechselbad der Gefühle beim Bundesheer: Statt wie im Koalitionsparkt vereinbart mit zusätzlichen Budgetmitteln Versäumnisse der Vergangenheit auszugleichen, verpasst die Regierung den Militärs vereinen weiteren Sparkurs.
Beim österreichischen Bundesheer ist wieder einmal Sparen en vogue. Erst vor zwei Jahren hatte Hans Peter Doskozil die heimische Landesverteidigung aus einer Strapaze geweckt, die seine beiden Vorgänger Gerald Klug und Norbert Darabos verursacht hatten. Die beiden Sozialdemokaten die Erlaubnis haben zu Händen sich in Anspruch nehmen, dies Bundesheer an den Rand seiner Lebensfähigkeit gebracht, zumindest nunmehr weitgehend kapputtgespart zu nach sich ziehen. Erst unter Doskozil, ebenfalls SPÖ-Mitglied, änderte sich der Reiseweg. Unter dem Eindruck der internationalen Flüchtlingskrise und anhaltender Terrorgefahr spielte Geld plötzlich keine Rolle mehr, durften die Militärs wieder aufrüsten, Personal rekrutieren, ja sogar von einer konkurrenzfähigen Luftwaffe träumen.
Der Traum endete jählings. Mittlerweile ist die Aufbruchsstimmung verflogen, es herrscht wieder Tristesse. Im erst Zentrum der Vorwoche präsentierten Doppelbudget zu Händen 2018 und 2019 ist keine Vortrag mehr von der zuerst vollmundig angekündigten (und von den Militärs seitdem Jahren geforderten) Anhebung der zur Verfügung stehenden Mittel aufwärts zumindest ein von Hundert des Bruttoinlandsprodukts (Bruttoinlandsprodukt). Magere 0,58 von Hundert des Bruttoinlandsprodukt gesteht die neue Bundesregierung dem Heer zu. Dasjenige ist zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig. Kein Wunder, dass sich die Heeresangehörigen verschaukelt vorkommen.
Der neuerliche Sparkurs fügt nunmehr nicht nur der Substanz des Bundesheers Schäden zu, die schwergewichtig zu reparieren sind. Wenn begonnene Bauprojekte gestoppt, die Instandhaltung der Unterbau – von der Luftraumsicherung übrig den Fahrzeugpark solange bis hin zur Ausrüstung der Soldaten – nicht mehr gewährleistet werden kann und die zuletzt mit großem Kosten neu angeworbenen Kader in Unterkünften wohnen, die die Gesamtheit andere qua zeitgemäß sind, dann nagt dies an der Moral der Truppe.
Strich Westösterreich hat in den vergangenen Jahren oft genug davon profitiert, dass im Katastrophen- und Krisenfall rasch kompetente Hilfe und Unterstützung durch dies österreichische Bundesheer zur Verfügung stand. Dazu unumgänglich sind rasch einsatzbereite, gut ausgebildete und in Anlehnung an ausgerüstete Soldaten sowie eine Struktur, die in der Stellung ist, welche besondere Sorte des militärischen Einsatzes abzuwickeln. Hält die Bundesregierung an ihrem Sparkurs in Sachen Bundesheer stramm, ist dieser nicht zu ersetzende Teil der Katastrophenhilfe ernsthaft gefährdet. Wo bleibt der politische Aufschrei gegen welche gefährliche Reifung?
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