Die Arbeiterkammer (AK) fordert von der österreichischen Politik eine neue Ausrichtung der Budgetkonsolidierung, die explizit geschlechtergerecht gestaltet werden soll. Im Fokus steht dabei, die finanzielle Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern und bestehende Benachteiligungen im Steuersystem zu adressieren.
Ein zentrales Instrument, das die AK vorschlägt, sind höhere Erbschaftssteuern für wohlhabende Bevölkerungsgruppen. Ziel ist es, mittels einer progressiven Besteuerung von Erbschaften eine Umverteilung zu ermöglichen und damit sozialen Ausgleich zu fördern. Die jetzigen Steuersätze in Österreich gelten im internationalen Vergleich als eher niedrig und tragen wenig zur Entschärfung von Vermögensungleichheiten bei.
Ein geschlechtergerechtes Budget betrachtet systematisch, wie finanzpolitische Maßnahmen unterschiedliche Auswirkungen auf Männer und Frauen haben. Da Frauen häufig geringere Einkommen und Vermögen besitzen sowie häufiger in Teilzeit arbeiten, sollen steuerliche Maßnahmen und Ausgabenschwerpunkte so gestaltet werden, dass sie diese strukturellen Nachteile berücksichtigen. Die AK betont, dass ohne eine solche Perspektive eine finanzielle Stabilisierung des Staates gesellschaftliche Ungleichheiten eher verstärken könnte.
Die Forderung nach einer Reform der Erbschaftssteuer basiert auf Studien, die zeigen, dass Vermögensübertragungen über Generationen hinweg zur Persistenz von Ungleichheiten beitragen. Höhere Steuersätze auf große Erbschaften können daher ein effektives Mittel sein, um soziale Mobilität und Chancengleichheit zu verbessern.
Zusammengefasst fordert die AK, dass die Budgetpolitik künftig nicht nur fiskalische Ziele verfolgt, sondern auch aktiv zur Geschlechtergerechtigkeit und sozialen Fairness beiträgt. Diese Forderungen spiegeln eine wachsende Debatte wider, welche Rolle Steuern und öffentliche Finanzen in der Bekämpfung von Diskriminierung und Armut spielen sollten.