Ein Jahr kein Strom und keine Heizung?! Wir fordern endlich eine Lösung für die Bewohner*innen am Gaudenzdorfer Gürtel | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Ein Jahr kein Strom und keine Heizung?! Wir fordern endlich eine Lösung für die Bewohner*innen am Gaudenzdorfer Gürtel

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Vor genau einem Jahr, am 23. November 2022, wurde im Haus am Gaudenzdorfer Gürtel 41 von Wien Energie gemeinsam mit der Polizei der Strom, Heizung und Warmwasser abgestellt. Seitdem gibt es für die Bewohner:innen weiterhin keine Lösung, noch immer werden sie im Dunkeln und Kalten sitzen gelassen. 
"Die Bewohnenden haben sich mittlerweile organisiert und mehrfach öffentlich gegen die Schikanen von Pecado demonstriert. Es wurden Kundgebungen veranstaltet, Banner an die Fassade angebracht und mit Medien gesprochen, um auf die unhaltbaren Zustände aufmerksam zu machen. Es ist auffällig, dass die Schikanen, wie das Eintreten der Wohnungstüren oder das Herbeiführen eines Wassergebrechens, direkt nach solchen öffentlichen Thematisierungen geschehen ist", merkt Pressesprecherin Simone Steiner der Gruppe en commun – Zwangsräumungen verhindern Wien an. 
Diesen Sommer hatten die Schikanen von Pecado ein neues Ausmaß angenommen. Die Bewohnener*innen wurden grundlos abgemeldet und die Schlösser zu den Wohnungstüren wurden getauscht ohne die neuen Schlüssel auszuhändigen – somit waren die Bewohnenden für mehrere Tage oder gar ganz aus ihre Wohnungen ausgesperrt. Die aktuelle Situation im Haus beschreibt Simone Steiner wie folgt: "Die Menschen im Haus am Gaudenzdorfer Gürtel stehen nun wieder vor einem Winter, der frieren in dunklen Wohnungen bedeutet. Einige Menschen sind schon lange krank, die Zustände im Haus sind weiterhin unzumutbar und gesundheitsschädigend." 
Nach einem Jahr Medienberichterstattung und leeren Versprechen finden sich die Mieter*innen erneut in einer scheußlichen Situation. Dass es sich bei den Bewohner*innen um Geflüchtete handelt, zeigt umso mehr den grassierenden Rassismus am Wohnungsmarkt auf. Aus diesem Grund geht der Demonstrationszug vom Gaudenzdorfer Gürtel zum Amtshaus in Meidling, um den Bezirksvorsteher bei seiner offenen Sprechstunde mit diesen Zuständen zu konfrontieren.
"Von der Immobilienfirma Pecado können wir außer neuer Schikanen nichts mehr erwarten. Zu Lasten der leidtragenden Mieter*innen wird weiterhin Profit gemacht. Doch nicht nur Pecado, sondern auch die "sozialdemokratische" Stadtregierung, das Bezirksamt sowie Wien Energie haben auf voller Länge versagt. Diese Institutionen hätten nicht nur die Möglichkeit, Druck auf Pecado auszuüben, sondern könnten auch konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Situation der Mieter*innen setzen", kritisiert Steiner.

Folgende Forderungen werden im Zuge dessen an den Bezirksvorsteher gerichtet: 

  • Wien Energie hat den Strom im Haus sofort wieder einzuschalten
  • das Bezirksamt muss eine Zwangsverwaltung für das Haus erwirken
  • die Stadtregierung hat ihr Versprechen vom sozialen Wohnen in Wien einzuhalten

Diese Forderungen stellen lediglich eine vorübergehende Lösung dar, sodass im Haus wohnbare Verhältnisse herrschen. "Das vergangene Jahr hat nämlich eines ganz deutlich gezeigt: Auf städtische Institutionen und Unternehmen kann sich nicht verlassen werden. Was am Gaudenzdorfer Gürtel passiert, ist nur der eklatanteste Ausdruck eines Wohnungsmarktes, in dem Bedürfnisse einer menschenverachtenden Profitlogik untergeordnet werden. Allein dieses Jahr sind die Mieten zum Teil viermal erhöht worden und viele können sich das Heizen nicht mehr leisten. Während tausende Wohnungen in Wien leerstehen, müssen Menschen auf der Straße schlafen, immer wieder erfrieren Obdachlose im Winter. So kann es nicht weitergehen, unser Grundbedürfnis Wohnen darf keine Ware sein!", schlussfolgert Steiner.
Solidarität mit den Bewohner*innen, denn betroffen sind wir alle!

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