Vorläufiger Endbericht zu den Missbrauchsfällen an einer Wiener Sportmittelschule liegt vor | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Vorläufiger Endbericht zu den Missbrauchsfällen an einer Wiener Sportmittelschule liegt vor

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Die Kommission, bestehend aus Mitarbeiter:innen der Bildungsdirektion, der Kinder- und Jugendanwaltschaft und der Kinder- und Jugendhilfe, hat den Fall von Missbrauch an einer Sportmittelschule aufgearbeitet. Weiters hatte die Kommission die Aufgabe, Empfehlungen zu erarbeiten, um strukturelle, juristische, organisationale und kommunikative Maßnahmen zu treffen, damit solche Fälle künftig verhindert oder schnell erkannt werden können.

„Schule muss für Kinder und Jugendliche ein sicherer Ort sein, an dem sie sich mit all ihren Talenten und Begabungen entwickeln und entfalten können“, sagt Heinrich Himmer, Bildungsdirektor für Wien, anlässlich der Veröffentlichung des Kommissionsberichts.

„Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen in der Schule müssen verhindert werden. Daher danke ich der Kommission für die Empfehlungen, die uns klare Aufträge geben, wie wir Schule künftig noch sicherer machen können. Jede Empfehlung, die den Bereich Schule und die Bildungsdirektion betrifft, wird umgesetzt. Zudem sind bereits alle Wiener Schulen damit beauftragt, Kinderschutzkonzepte samt Risikoanalyse zu erarbeiten. Zusätzlich werden wir in der Bildungsdirektion eine Kompetenzstelle Kinderschutz einrichten“, betont Himmer.

Weiters wurde Hedwig Wölfl, Geschäftsführerin des unabhängigen Kinderschutzzentrums "Die Möwe", gebeten, die Empfehlungen zu prüfen und bei Bedarf zu ergänzen.

Im Kommissionsbericht wird angeführt, dass sich insgesamt 18 Personen von Mai 2021 bis Oktober 2022 an die Kommission gewandt hatten, neun weitere direkt an die Kinder- und Jugendanwaltschaft. Diese sind ehemalige Schüler:innen, Opfer, Mitschüler:innen und Personen aus dem Freundeskreis des Beschuldigten. In der Bildungsdirektion wurden sechs dienstrechtliche Befragungen geführt.

Aufgrund der Befragungen wurden insgesamt sieben Sachverhaltsdarstellungen an die Staatsanwaltschaft Wien übermittelt. Keine dieser Sachverhaltsdarstellungen führte zu Ermittlungen, da in keinem Fall ein Anfangsverdacht gegeben war.

Fest zu halten ist, dass weder der Kommission noch der Bildungsdirektion für Wien die Opfer aufgrund des Opferschutzes bekannt sind und kein Recht auf Akteneinsicht bei den ermittelnden Behörden besteht.

Um in Zukunft einen raschen und direkten Informationsaustausch bei einem strafrechtlich relevanten Vorfall an einer Schule mit dem Landeskriminalamt Wien zu garantieren, wurde in Zusammenarbeit mit dem LKA eine verpflichtende Meldekette festgelegt. Weiters wurde der Krisen- und Notfallerlass, der auch das Thema Gewalt an Schulen beinhaltet, überarbeitet und wird noch im Dezember an die Schulen übermittelt.

Um noch stärker für das Thema Gewalt an Schulen zu sensibilisieren, wird im Jänner 2023 auf Initiative der Bildungsdirektion für Wien zum vierten Mal ein „Runder Tische“ stattfinden. Eingeladen hierzu werden – neben Schüler:innen, Lehrer:innen und Eltern – Vertreter:innen aller im Wiener Gemeinderat vertretenen Parteien, der Religionsgemeinschaften, der Polizei sowie zahlreicher Institutionen aus dem Bildungs- und Sozialbereich.

Nachzulesen ist der Bericht auf https://www.bildung-wien.gv.at/service/Schulpsychologie/Kommission-zur-Aufarbeitung-von-sexualisierter-Gewalt–.html

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