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Suche nach Lösungen in der Jugendhilfe

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Hilfe vom oder Kompetenz beim Bund?

Gleichzeitig mit der Länderkonferenz der Jugendhilfe in Graz traf sich der Dachverband Österreichischer Kinder- und Jugendhilfe (DÖJ), um Lösungen für die prekäre Situation in der österreichischen Jugendhilfe vorzuschlagen. Denn immer mehr Mitarbeiter*innen verlassen dieses Arbeitsfeld und Ersatz ist kaum zu finden. Lösungen wurden von der Länderkonferenz in Graz bisher nicht gefunden – wie es soeben in den Medien hieß. Man richtete allerdings einen Hilfeschrei an die türkis-grüne Regierung im Bund und man ringt um einheitliche Lösungsansätze in Österreich.

Der Ruf nach einer Zuständigkeit des Bundes in der KJH ist Wasser auf die Mühlen des DÖJ, der zusammen mit allen anderen Expert*innen gegen die „Verländerung“ vor drei Jahren vergeblich ankämpfte. Seither verbleibt der DÖJ als einziges bundesweites Gremium von Expert*innen und Praktiker*innen, das das Gesamtsystem der KJH länderübergreifend im Blick hat und sich laufend negativen Entwicklungen im Kinderschutzbereich entgegenstellt“, beschreibt Herowitsch-Trinkl, Obmann des DÖJ, die Aufgabe des Dachverbandes.

KJH braucht Korrekturen
Im Moment droht der Zerfall der Jugendhilfe. Einrichtungen schließen, geplante sozialpädagogische Gruppen werden nicht eröffnet, Maßnahmen zum Schutz der Kinder werden verschoben. Es braucht dringend Korrekturen, meint der DÖJ-Vorstand: Daran, dass deutlich mehr Geld in die Hand genommen werden muss, führt kein Weg vorbei. Die Frage ist nur, wo und wie dieses vorrangig eingesetzt werden sollte.

  • Eine finanzielle Besserstellung der sozialpädagogischen Fachkräfte der KJH ist dringend notwendig. Der DÖJ erwartet eine neue Einstufung der Mitarbeiter*innen bei den anstehenden Kollektivvertragsverhandlungen.
  • Öffentliche und private Mitarbeiter*innen der KJH sind gleich zu entlohnen.
  • Der Arbeitskräftemangel verlangt wesentliche Anpassungen in der Ausbildung der Fachkräfte wie z.B: mehr Ausbildungsplätze, Stipendien für KJH-Ausbildung, Erleichterung von Quereinstiegen, neue Medien für Akquise nutzen, neue Kurz-Ausbildungen, Anreize für höheres Beschäftigungsausmaß, …
  • Und als unumgängliche politische Maßnahme: Ausbildungen und deren Anerkennungen zwischen den Ländern vereinheitlichen! „Es klingt wie in einem Kabarett, wenn manche Fachkräfte nicht zwischen Bundesländern wechseln können, weil dort andere Qualifikationsbedingen gelten“ meint Hubert Löffler, GF des DÖJ.      
  • Die UNHCR-Richtlinie, wonach unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen die gleiche Qualität an Maßnahmen der Jugendhilfe zusteht, muss umgesetzt werden.   

Die in der Praxis erfahrenen Fachkräfte des DÖJ erarbeiten weitere Maßnahmen und bieten der Länderkonferenz der KJH ihre Zusammenarbeit für den Erhalt einer zukunftsfähigen Kinder- und Jugendhilfe in Österreich an.  

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