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NÖ Ärztekammer fordert, die Mutter-Kind-Pass Untersuchung zu attraktivieren

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Seit vielen Jahren gilt die Mutter-Kind-Pass-Untersuchung in Österreich als Vorzeigemodell, um die Gesundheitsvorsorge von werdenden Müttern und Kleinkindern zu fördern. Doch nach 48 Jahren ist auch dieses Erfolgsmodell in die Jahre gekommen und es ist an der Zeit, die Rahmenbedingungen für diese wichtige Vorsorgeleistung auf den aktuellen Stand zu bringen. „Doch der Bund ist offensichtlich nicht bereit dazu. Steht der Mutter-Kind-Pass damit vor dem Aus?“, fragt die Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte der Ärztekammer für NÖ, Dr.in Martina Hasenhündl, und ergänzt: „Wir haben eine Umfrage unter allen niedergelassenen Allgemeinmedizinerinnen und -medizinern sowie Kinderärztinnen und -ärzten in Niederösterreich gestartet. Der Rücklauf mit 27 Prozent war enorm hoch, ein deutliches Zeichen, wie brisant das Thema innerhalb der Ärzteschaft ist.“ Diese Ärztinnen und Ärzte haben eine klare Sprache gesprochen, denn die Honorare für die Untersuchungen sind seit 28 Jahren unverändert und seit langem ein Ärgernis. „Nicht einmal eine Anpassung an die Inflation wurde vorgenommen. Kein Wunder also, dass 93 Prozent die Vergütung der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung für nicht angemessen halten. Hier müssen der Gesundheitsminister und die Familienministerin rasch handeln, soll die Untersuchung weiterhin bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten möglich sein“, stellt Hasenhündl klar. 

Niederösterreich steht mit seiner Forderung nicht alleine dar, auch in anderen Bundesländern regt sich Widerstand. Als eine Folge der Umfrage hat die Kurienversammlung der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer für NÖ gestern, Mittwoch, den Ausstieg aus dem Mutter-Kind-Pass-Vertrag aus dem Jahr 1974 beschlossen, sollte es bis 31. März 2023 keine Valorisierung und Verbesserung der Rahmenbedingungen seitens des Bundes geben.  

Präsident Dr. Harald Schlögel fordert daher: „Es reicht nicht aus, die Leistungen zu evaluieren und zu aktualisieren. Wir brauchen ebenso zeitgemäße Rahmenbedingungen bei den Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen, sonst verlieren wir die Unterstützung der Kollegenschaft. Leidtragende wären Mütter und Kinder, die diese Leistung zunächst privat bezahlen und anschließend bei der Kasse einreichen müssten. Dies gilt es im Sinne der Betroffenen zu verhindern, indem die Bundesregierung vor Ablauf des ersten Quartals ein deutliches Zeichen in Richtung Verbesserung der Mutter-Kind-Pass-Untersuchung setzt.“

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