Ernst-Dziedzic/Grüne zum Langen Tag der Flucht: Fluchtursachen lösen, nicht schaffen | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Ernst-Dziedzic/Grüne zum Langen Tag der Flucht: Fluchtursachen lösen, nicht schaffen

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„Humanität und Ordnung müssen beim Umgang mit Schutzsuchenden Hand in Hand gehen. Insofern ist der ‚Lange Tag der Flucht‘ mit seinem umfangreichen Programm rund um die Themen Flucht, Asyl und Zusammenleben ein wertvoller Beitrag im Sinne eines gesamtgesellschaftlichen Miteinanders“, sagt die Sprecherin der Grünen für Außenpolitik, Menschenrechte und Migration, Ewa Ernst-Dziedzic, zum heutigen Event, das unter der Schirmherrschaft des UNHCR steht.

Am „Langen Tag der Flucht“ haben Österreicher:innen, Flüchtlinge und Asylsuchende an diesem Tag bei Workshops, Lesungen, Ausstellungen, Kinovorstellungen, Diskussionen, etc. die Möglichkeit, sich auszutauschen und mehr über den oder die jeweils „Anderen“ zu erfahren.

„Die Existenz von Fluchtbewegungen ist die Folge schlechter Politik, von Kriegen oder Katastrophen. Niemand verlässt das eigene Haus freiwillig. Statt einer erfolgreichen Bekämpfung von Fluchtursachen werden aber leider immer neue geschaffen. Parteien, die am meisten gegen Flüchtlinge wettern, sind dabei meist am wenigsten bereit, für Maßnahmen gegen die Klimakrise und diverse Konflikte, für humanitäre Hilfe oder nachhaltige Perspektiven Vorort einzustehen. All das sehen wir aktuell im Iran, wo die Menschen für den Einsatz für ihre Grundrechte massiv verfolgt werden. Wir sehen das in der autonomen Region Kurdistan im Irak, wo die Bombardierungen iranischer Streitkräfte weiteren Druck auf die Menschen erzeugen, sich in Sicherheit zu bringen. Und wir sehen das auch in der Türkei, wo Präsident Erdogan seine Versprechen, sich für das Geld aus der EU um die syrischen Flüchtlinge zu kümmern, offensichtlich nicht einhält, sonst würden jetzt nicht zahlreiche von ihnen an der serbischen Grenze stehen“, hält Ernst-Dziedzic fest. Sie selbst habe bei ihrem jüngsten Besuch an der serbisch-ungarischen Grenze mit Schutzsuchenden aus Syrien und Afghanistan gesprochen, welche die Türkei Richtung Europa verlassen hätten, weil sie aufgrund der vielen Übergriffe in dem Land um ihr Leben fürchteten.

Hinzu komme die Herausforderung aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine, so die außenpolitische Sprecherin weiter. Aktuell stelle sich gerade die Frage, wie mit den russischen Kriegsdienst-Flüchtlingen umzugehen sei: „Wir müssen jene unterstützen, die diesen Krieg nicht unterstützen und ihnen Schutz gewähren“, ist die außenpolitische Sprecherin überzeugt und hält in diesem Zusammenhang fest: „Eine Flucht, die erfolgt, weil man aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe verweigert, kann ein Asylgrund im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention darstellen.“

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