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Forderungen der Gewerkschaften unvernünftig und überzogen

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Zum Start der Kollektivvertragsverhandlungen der Metalltechnischen Industrie haben die Gewerkschaften heute ein Forderungspaket präsentiert, das neben geforderten Lohn- und Gehaltserhöhungen um 10,6 % noch weitere umfangreiche Forderungen im Rahmenrecht beinhaltet.

Dazu hält Christian Knill, Obmann des Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI), fest: „Die Sozialpartnerschaft steht heuer vor einer ihrer größten Herausforderungen. Krieg, überschießende Energiepreise, die hohe Inflation – all das belastet Betriebe und Beschäftigte gleichermaßen. Das Forderungspaket der Gewerkschaften ist aus unserer Sicht unvernünftig und überzogen. Dieses Wunschpaket würde den Betrieben massive Mehrkosten verursachen, das ist absolut realitätsfern. Jeden Tag erreichen uns neue schlechte Nachrichten und die Branche steht tatsächlich vor einer Rezession. Unsere Unternehmen können und werden in der derzeitigen Situation die aktuelle Teuerung nicht allein schultern. Staat, Betriebe und Beschäftigte müssen diese Krise gemeinsam bewältigen. Die Bundesregierung hat mit den Anti-Teuerungsmaßnahmen ein bislang einzigartiges Paket auf den Weg gebracht, das die Kaufkraft bereits deutlich stärkt. Das ist in den Verhandlungen jedenfalls zu berücksichtigen.
Wir werden nun in den nächsten Tagen und Wochen versuchen, eine vernünftige Lösung zu finden. Der Abschluss muss den Wirtschaftsstandort im Auge haben und für beide Seiten tragbar sein. Davon sind wir mit diesen Forderungen allerdings noch weit entfernt.“ 

Hintergrund-Informationen: 

KV-Grundlagen: Wirtschaftliche Eckdaten der Metalltechnischen Industrie 

  • Die Metalltechnische Industrie gehört zu den bestzahlenden Branchen, das monatliche Durchschnittsgehalt beträgt 4.700 Euro, der Durchschnittslohn 3.350 Euro und der Mindestlohn liegt bei 2.090 Euro. Die realen Löhne und Gehälter in der Branche liegen im Schnitt zwischen 12 % und 28 % über KV. Die Beschäftigten der Metalltechnischen Industrie konnten in den vergangenen Jahren regelmäßig Reallohngewinne erzielen.
  • Mehr als 85 % der Betriebe sind Familienbetriebe und mittelständisch strukturiert. Entsprechend heterogen ist auch ihre wirtschaftliche Entwicklung, dies gilt es in KV-Verhandlungen zu berücksichtigen. Es sind nicht die erfolgreichsten Betriebe als Maßstab zu nehmen, sondern alle Betriebe der Branche mit ihren sehr unterschiedlichen Voraussetzungen und Herausforderungen.
  • Im Jahr 2020 verzeichnete die Metalltechnische Industrie aufgrund der Corona-Pandemie einen Rückgang in der Produktion von 9,6 %, das entspricht einem Produktionswert von rund 3,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2021 erzielte die Metalltechnische Industrie einen Produktionswert von 43,8 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das zwar ein Plus von 18 % (preisbereinigt), die reine Produktionsmenge ist aber laut den Unternehmen jedoch nur um rund 10 % gewachsen. Den Unterschied machen die enormen Preissteigerungen, die auch den Produktionswert in die Höhe treiben.
  • Eine deutliche Mehrheit (59 %) der Unternehmen der Metalltechnischen Industrie hält in den nächsten Monaten einen substanziellen Einbruch für wahrscheinlich oder sogar sehr wahrscheinlich. Fast jedes dritte Unternehmen erwartet heuer ein negatives Ergebnis (EBIT).
  • Das Industriewachstum ist deutlich geringer als das der Gesamtwirtschaft, wird 2022 laut WIFO bei rund 2 % liegen und im nächsten Jahr Richtung Null gehen. Die gesamtwirtschaftliche Produktivität lag 2021 bei Minus 0,3 %, für 2022 wird ein geringes Plus von 0,3 % prognostiziert.
  • Die Folgen der COVID-19 Pandemie belasten die Betriebe ebenso wie die gestiegenen Energiepreise und geopolitischen Verwerfungen. Die aktuell außerordentlich hohe Inflation ist zudem zu einem großen Teil importiert und betrifft die Unternehmen ebenso wie die Beschäftigten. Die durchschnittliche Inflationsrate lag in den zurückliegenden 12 Monaten bei 6,3 %.  

Über die Metalltechnische Industrie 

Die Metalltechnische Industrie ist Österreichs stärkste Branche. Über 1.200 Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau, Metallwaren und Gießerei bilden das Rückgrat der heimischen Industrie. Die exportorientierte Branche ist mittelständisch strukturiert, besteht zu mehr als 85 % aus Familienbetrieben und ist für ein Viertel aller österreichischen Exporte verantwortlich. Zahlreiche Betriebe sind Weltmarktführer und „Hidden Champions“.

Die Metalltechnische Industrie beschäftigt direkt mehr als 137.000 Menschen und sichert damit indirekt an die 250.000 Arbeitsplätze in Österreich. Sie erwirtschaftete 2021 einen Produktionswert von rund 43,8 Milliarden Euro. Der Fachverband Metalltechnische Industrie, ein Zusammenschluss der ehemaligen Fachverbände Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie Gießereiindustrie, zählt zu den größten Wirtschafts- und Arbeitgeberverbänden Österreichs und ist eine eigenständige Organisation im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich.

Weitere Informationen

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