Bedeutende Schenkung des Sammlerpaares Dieter und Gertraud Bogner geht an das mumok | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Bedeutende Schenkung des Sammlerpaares Dieter und Gertraud Bogner geht an das mumok

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Die Kunsthistoriker*innen Dieter und Gertraud Bogner nehmen das doppelte Jubiläum zum Anlass, um dem mumok erneut zentrale Arbeiten ihrer seit Ende der 1970er-Jahre aufgebauten Sammlung konkreter, medienbasierter und konzeptueller Kunst zu überlassen.

Die aktuelle und jüngste Schenkung umfasst ein Konvolut von ca. 250 Zeichnungen, Gouachen, Grafikmappen und Objekten, unter anderen von Richard Artschwager, Marc Adrian, Robert Adrian X, Thom Barth, Herbert Boeckl, Kaucyila Brooke, Inge Dick, Tibor Gáyor, Kurt Ingerl, Donald Judd, Thomas Kaminsky, Richard Paul Lohse, Vera Molnár, Margot Pilz, Markus Prachensky und Ad Reinhardt, sowie einen Grafikschrank voll mit Arbeiten aus dem Nachlass der österreichischen Künstlerin Hildegard Joos aus allen Phasen ihres grafischen Schaffens. „Mit dieser Schenkung erfährt das inhaltliche Konzept der Sammlung Bogner im mumok eine wesentliche Verstärkung und es gelingt erneut, Lücken in der Museumssammlung zu schließen“, freut sich Karola Kraus, Generaldirektorin des mumok und verweist gleichzeitig auf die wichtige Funktion der Sammlung Bogner, deren Werke regelmäßig in den Ausstellungen des mumok zu sehen sind.

Den Anstoß für die erste große Schenkung hatte Edelbert Köb, der Vorgänger von Kraus als Direktor des mumok gegeben, indem er in seiner Direktionszeit in Veranstaltungen und Ausstellungen die staatliche Sammlungspolitik zur Diskussion stellte, deren schwindende budgetäre Mittel mit den rasant wachsenden Preisen auf dem Kunstmarkt nicht mehr Schritt halten konnten.
Dieser zeitkritischen Bestandsaufnahme verdankt also das Museum mit der Sammlung Bogner ein ebenso reiches wie thematisch präzises Reservoir an Kunstwerken, das in der Tradition einer ihrerseits kritischen, aufklärerischen Moderne steht und diese erneuert. Denn die Arbeiten stellen ein für österreichische Verhältnisse ungewöhnliches Sammlungsprofil dar, dominierten doch hierzulande sehr lange expressiv und figurativ ausgerichtete Sammlungen, in denen sich ein traditionsverbundenes Bild der Kunstgeschichte widerspiegelt. 

Das Sammlerpaar Bogner fühlt sich einem bildungspolitischen Auftrag mit durchaus gesellschaftspolitischer Ausrichtung verpflichtet. So engagierte sich Dieter Bogner bereits in den 1980er-Jahren gegen die Umweltzerstörung und zählte zu den Initiator*innen der Besetzung der Hainburger Au.
Er ist ausgewiesener Kunsthistoriker, der sich als Lehrender und in seinen Publikationen unter anderen mit Josef Hoffmann, Johannes Itten, Friedrich Kiesler und Haus-Rucker-Co, besonders aber auch mit kunsttheoretischen Fragen beschäftigte. Sein Engagement für Architektur ist auch durch seine Arbeiten als Museumsplaner für zahlreiche internationale Museumsbauten, beispielsweise in den frühen 1990er-Jahren für das MuseumsQuartier, als Initiator und langjähriger Vorsitzender der Österreichischen Friedrich und Lillian Kiesler Privatstiftung sowie als Kurator umfangreicher Retrospektiven belegt, beginnend mit der ersten großen Übersichtsschau 1988 im Museum des 20. Jahrhunderts.

Es gibt in der 60jährigen Geschichte des mumok zwei Sammlerpaare, denen das mumok zu ganz besonderem Dank verpflichtet ist: neben dem Ehepaar Peter und Irene Ludwig, ohne dessen großzügiger Unterstützung das mumok in seiner heutigen Form nicht bestünde, ist es das Ehepaar Dieter und Gertraud Bogner, das das Haus seit 2007 in generösen Gesten immer wieder unterstützt. Wir freuen uns, anlässlich des Jubiläums, das wir am 21. September feiern, erneut bedacht worden zu sein und gratulieren, Dieter Bogner, der anlässlich seines Geburtstags nicht der Beschenkte, sondern der Schenkende ist“, so Karola Kraus.

OPEN HOUSE
Mittwoch, 21. September 2022, 10 – 21 Uhr
Freier Eintritt anlässlich 60 Jahre mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
www.mumok.at

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