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BirdLife Österreich: Österreichischer GAP-Strategieplan ohne große Ambitionen

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Der heute von der Europäischen Kommission genehmigte österreichische GAP-Strategieplan 2023-2027 zeigt sich zwar ein wenig ambitionierter als der letzte, wird das Ruder in der Biodiversitätskrise jedoch nicht herumreißen. Es gibt positive Ansätze bei den ÖPUL-Biodiversitätsflächen im Ackerland und den ÖPUL-Naturschutzmaßnahmen. Doch vor allem im Grünland gehen die Ambitionen nicht weit genug, so BirdLife Österreich.  

Die weltweite Biodiversitätskrise ist auch in Österreich zu sehen: drei Viertel der untersuchten heimischen Brutvögel zeigen einen negativen Bestandstrend, im Grünland nochmals negativer als im Ackerland (FBI 2021). Fehlende Brachen und Feldraine, der Einsatz von Pestiziden, massiver Nährstoffeintrag durch Zufütterung und Düngung sowie zu häufige Mahd bedrohen ihr Dasein. „Daher wäre die Gemeinsamen Agrarpolitik der EU das Instrument der Stunde, um gegenzusteuern und die Ziele des „Green Deal“ und der „Farm-to-Fork Strategie zu erreichen“, weiß Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich. „Obwohl der aktuelle GAP-Strategieplan qualitativ systematischer und ökologisch ein wenig ambitionierter ist als jener der letzten GAP-Periode, ist der große Wurf hier leider immer noch nicht gelungen!“ 

Kritik & Lob

Es fehlen effektive Biodiversitätsmaßnahmen im Grünland und dem Almgebiet. So gibt es keine Maßnahmen zur Förderung einer reduzierten Nutzungshäufigkeit. „Gerade diese zwei bis dreimal jährlich gemähten „Blumenwiesen“ wären ein Segen für die Vogelwelt“, so Wichmann, „und würden den stark unter Druck stehenden Wiesenvögeln unter die Flügel greifen.“

Österreich gibt im GAP-Strategieplan an, auf 20 Prozent der bewirtschafteten Fläche den Erhalt von Lebensräumen und Arten zu fördern. Diese Zahl ist für BirdLife Österreich nicht nachvollziehbar, weil einige Fördermaßnahmen eingerechnet werden, die keinen messbaren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. „Wir rechnen mit maximal 10 Prozent, würden uns aber mindestens 30 Prozent wünschen“, so Wichmann. Weiterhin wird zumindest indirekt die intensive Milchproduktion gefördert, während die ÖPUL-Maßnahme „Heuwirtschaft“ nur minimale Anreize zum Einsatz umweltfreundlicher Mähtechniken setzt. Bei der ÖPUL-Maßnahme „Almbewirtschaftung“ gibt es keine zufriedenstellenden Auflagen, die der Förderung der Artenvielfalt dienen. „De facto erhalten also Almen, die ökologisch wirtschaften, keinen Cent mehr als Almen, die das nicht tun“, argumentiert Wichmann. 

Erfreulicherweise bekennt man sich dazu, in Summe acht Prozent der landwirtschaftlichen Fläche als Landschaftselemente wie Brachen, Altgrasstreifen oder Büsche bereitzustellen. Angesichts mangelnder Auflagen zur Verteilung und der für Landschaftselemente zu geringen Flächenprämien fürchtet BirdLife Österreich jedoch, dass Österreich zumindest in Intensivregionen das 10-Prozent-Ziel (Green Deal) weiterhin verfehlen wird.

„Wir anerkennen die Bemühungen im österreichischen GAP-Strategieplan 2023-2027, uns fehlt jedoch die große Ambition, die Biodiversitätskrise ernsthaft in Angriff nehmen zu möchten. Gerne lassen uns aber positiv überraschen!“

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