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Ärzteappell – Eskalationsstufen im Ukraine-Krieg nicht weiter erhöhen

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Wien/Rohrbach/Bad Kleinkirchheim (OTS) – Österreichische Ärzte appellieren an die Konfliktparteien in der Ukraine, die Eskalationsstufen nicht weiter zu erhöhen und den Konflikt am Verhandlungstisch zu lösen. „Wir Ärzte- und Ärztinnen können hier nicht mehr länger tatenlos zusehen. Die Leidtragenden sind nicht nur die Menschen, die nicht direkt an den Kampfhandlungen teilnehmen, sondern auch die Umwelt und der Lebensraum, die durch rücksichtlose Angriffs- und Verteidigungstaktiken nachhaltig geschädigt werden“ so der Umweltmediziner und Sportarzt Piero Lercher.

Für ihn stellen die Atomkraftwerke, die sich im Kampfgebiet befinden, eine „apokalyptische Bedrohung“ dar: „Die Ukraine unterhält an vier Standorten Atomkraftwerke mit insgesamt 15 Druckwasserreaktoren, wobei das Atomkraftwerk Saporischschja mit sechs Reaktoren das größte in ganz Europa ist. In Tschernobyl, wo sich 1986 ein verheerender Atomunfall ereignete, sind zwar alle Reaktoren stillgelegt, der schützende Sarkophag über dem Unglücksreaktor stellt aber eine vulnerable Struktur dar, die jederzeit durch Querschläger oder fehlgeleitete Raketen beschädigt werden könnte.“

Das betreffe nicht nur das Gebiet der Ukraine, sondern auch Österreich aufgrund der geringen Entfernung zum nächstgelegenen ukrainischen Atomkraftwerk von nicht einmal 1.000 Kilometern.

„Wir appellieren daher an die Konfliktparteien in der Ukraine, die Eskalationsstufen nicht weiter zu erhöhen, vom Beschuss der Anlagen striktest abzusehen und die Warnungen u.a. von UN- Generalsekretär Antonio Guterres und IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi ernst zu nehmen“, betont der Orthopäde Christoph Michlmayr.

„Immerhin sind es wir Ärzte- und Ärztinnen, die im Falle einer Katastrophe mit den Folgen zu tun haben und es sei hier erwähnt, dass eine ärztliche Hilfe bei mittleren und schweren Strahlenerkrankungen nur eingeschränkt möglich ist“, so Lercher und Michlmayr unisono.

Dem folgend fordern wir auch einen generellen Ausstieg aus der Kernkraft respektive ein Einfrieren sämtlicher Förderungen für Atomstromproduktionen. Auch eine Einstufung als klimaneutrale Energieform sei hinsichtlich der potenziellen Gesundheitsgefahren für Mensch und Lebensraum und der Entstehung von radioaktivem Abfall aus Sicht der Generationenverantwortung „absurd und obsolet“, ergänzen Michlmayr und Lercher.

Vorsicht ist bei der Einnahme von Kaliumjodidtabletten geboten. „Eine Einnahme sollte nur nach ärztlicher Verordnung erfolgen, so Christoph Michlmayr, der auch zu bedenken gibt, dass es die „allumfassend schützende Strahlenschutzpille nicht gibt“. Tatsächlich würde nämlich bei einer nuklearen Katastrophe eine Vielzahl radioaktiver Substanzen in die Umwelt gelangen, die nicht nur für Mensch und Tier tödlich seien, sondern einen Lebensraum für Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende unbewohnbar machen könnten, ergänzt Lercher.

Die Politik reagiert langsam aber doch. So hat Kärnten als erstes Bundesland einen eigenen Landes-Strahlenschutz-Alarmplan erstellt, der zum Schutz der Bevölkerung und der Umwelt bei Eintritt eines radiologischen Notfalls dient. Die Präventionsmediziner und Wissenschaftlichen Leiter des Kärntner Ärztesymposiums, Piero Lercher und Christoph Michlmayr, haben aus aktuellem Anlass und zur Vorbeugung einen Maßnahmenkatalog für den Fall einer nuklearen Katastrophe bzw. der Gefahr, einer radioaktiven Wolke ohne Fluchtmöglichkeit ausgesetzt zu werden, entwickelt (siehe Beilage!).

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