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AK hilft Forstarbeiter, der bei Kündigung Kurskosten zurückzahlen sollte

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Wien (OTS) – Forstarbeit ist Schwerarbeit, der Lohn dafür nicht eben üppig. Da muss zumindest der Respekt stimmen. Für Patrick S. (31) aus Südtirol stimmte er nicht denn als er nach einem Jahr als Forstarbeiter in Wien kündigte, wollte der Arbeitgeber ihm trotzdem Lohn für einen Monat, Mehrarbeit und Weihnachsremuneration nicht auszahlen, insgesamt gut 1.500 Euro. Stattdessen verlangte er von dem jungen Arbeiter die Rückzahlung von Kurskosten – für Kurse, die der Arbeitgeber de facto angeordnet hatte.

Die drei Kurse – Pilzerkrankungen bei Bäumen erkennen, Baumsteigen und Motorsägenführerschein Teil 1 – fanden im Frühjahr 2019 statt. Der Arbeiter und seine Kollegen, allesamt genauso wie Patrick S. keine österreichischen Staatsbürger, mussten im Nachhinein für jeden Kurs eine Vereinbarung unterschreiben, dass sie die Kurskosten anteilig zurückzahlen würden, wenn sie ihr Arbeitsverhältnis vor Ablauf von vier Jahren beenden würden. Die Vereinbarungen wurden jeweils vordatiert. „Sechs Monate später hieß es: Hier unterschreiben oder nachhause gehen! Es war 6 Uhr morgens, wir durften es nicht mal zum Durchlesen nachhause nehmen, sondern sollten es sofort unterschreiben.“

Der junge Arbeiter, weigerte sich zunächst, ließ sich dann aber aus Angst vor Jobverlust doch breitschlagen. Er strich jedoch vor seiner Unterschrift das falsche Datum aus und ersetzte es durch das richtige Datum im Juni 2019. Einige Auseinandersetzungen mit der Chefität später wurde es dem jungen Mann endgültig zu bunt und er kündigte im Herbst desselben Jahres. Doch der Arbeitgeber akzeptierte die Kündigung mit fadenscheinigen Begründungen nicht. Patrick S., verunsichert über die Rechtslage in Österreich, arbeitete noch einen Monat weiter.

„In dieser Zeit wurde ich regelrecht gemobbt“, so der Arbeiter. „Wenn ich zur Arbeit gekommen bin, hat keiner mit mir geredet. Der Chef hat dann gesagt: Wenn dir was nicht passt, dann geh doch zur AK! Und dort habe ich gleich in der nächsten Arbeitspause angerufen. Die AK war die einzige Hilfe, die ich gefunden habe.“

Mithilfe der AK zog Patrick S. vor Gericht. Der Arbeitgeber musste die gut 1.500 Euro, die er schuldig geblieben war, nachzahlen. Der Arbeitgeber legte gegen das Urteil erster Instanz Berufung ein, das Oberlandesgericht Wien wies sie jedoch ab und bestätigte das Ersturteil. Das ist nun rechtskräftig. Patrick S. hat inzwischen ein Studium der Forstwirtschaft erfolgreich abgeschlossen und ist zurück nach Südtirol gezogen.

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