EU-Gipfel: AK für Reduktion des Gasverbrauchs | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

EU-Gipfel: AK für Reduktion des Gasverbrauchs

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Wien (OTS) – Im Mittelpunkt des heutigen Sondertreffens der Energieminister:innen steht der Vorschlag der EU-Kommission, wonach die Mitgliedstaaten ihre Gasnachfrage zwischen 1. August 2022 und 31. März 2023 um 15 Prozent senken sollten. In einem ersten Schritt freiwillig, im Falle des Ausrufens eines EU-weiten Notfalles („union alert“) sollte diese Vorgabe verpflichtend werden. „Energiesparen ist besonders in der derzeitigen Energiekrise das Gebot der Stunde“, so AK Energieexpertin Dorothea Herzele. Daher müssen die Mitgliedstaaten zumindest darlegen, wer welchen Beitrag zum Einsparen zu leisten hat. Österreich sollte sich dafür einsetzen.

Begonnen werden muss, wo viel Gas verbraucht wird, wie bei der Industrie und dort, wo auf die Gasversorgung leichter verzichtet werden kann, wie z.B. bei beheizten Schwimmbädern. Schon länger fordert die AK eine Energiesparkampagne für Haushalte und kleine Betriebe. Menschen brauchen konkrete, unabhängige Informationen, wie und wo Energie eingespart werden kann. Nicht nur bei Gas, sondern auch bei Strom und Wärme.

Angesichts der enorm steigenden Preise für Strom, Gas und Fernwärme bedeutet Versorgungssicherheit auch, dass sich Haushalte und Industrie Energie leisten können. Griechenland legt beim Energieminister:innentreffen dafür einen wichtigen Vorschlag auf den Verhandlungstisch, der auch von der AK unterstützt wird: Griechenland fordert Maßnahmen, um den Strompreis vom Gaspreis zu entkoppeln. Spanien und Portugal zeigen es vor. In diesen Ländern ist der Strompreis gesunken und derzeit nur halb so hoch wie im Rest von Europa. Österreich sollte den Vorschlag Griechenlands für eine EU-weite Lösung zur Trennung der Strompreise vom Gaspreis daher unterstützen und vorantreiben.

„Der griechische Vorschlag geht in die richtige Richtung. Denn wir haben keine Strommarktkrise, sondern eine Gasmarktkrise. Wenn es gelingt, dass das teure Gaskraftwerk nicht mehr den Preis für den Strom bestimmt (Merit-Order-System), sinkt der Strompreis deutlich.“ so AK Expertin Herzele. Da der Strompreis einer der maßgeblichen Inflationstreiber ist, hätte dies auch eine inflationsdämpfende Wirkung. Eine EU-weite Regelung wirkt sich damit auch positiv auf die Gesamtwirtschaft aus und stärkt den Euro.

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