SPÖ-Seemayer: Bei der Pflegelehre wird das Pferd von hinten aufgezäumt | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

SPÖ-Seemayer: Bei der Pflegelehre wird das Pferd von hinten aufgezäumt

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Wien (OTS/SK) – Mit ihrem Vorschlag, den Zivildienst für die als Modellversuch geplante Pflegelehre anzurechnen, sorgt Jugendstaatssekretärin Plakolm für Verwirrung. Wie eine etwaige Anrechnung des Zivildienstes funktionieren soll, dazu gibt es seitens der Staatssekretärin noch keine Antworten. Für Michael Seemayer, Abgeordneter zum Nationalrat und SPÖ-Zivildienstsprecher im Parlament, gibt es daher viel Klärungsbedarf: „Wie der Zivildienst, der in den allermeisten Fällen nach einem Lehrabschluss geleistet wird, für eine Lehre angerechnet werden kann, die man mit 15 Jahren beginnt, muss mir die Staatssekretärin noch erklären.“ ****

Besonders da die Pflegelehre selbst noch nicht mehr als eine Überschrift ist, ist der Abgeordnete verwundert: „Die Regierung selbst scheint ja noch nicht zu wissen, wie die Pflegelehre organisiert werden soll. Wer bildet aus? Wird dies in öffentlichen Krankenhäusern geschehen, sollen das nur Private machen? Aber dass der Zivildienst, den die Pflegelehrlinge erst nach der Lehre antreten werden, anrechenbar sein soll, das ist schon klar. Da wird das Pferd von hinten aufgezäumt.“

Generell steht Seemayer der Pflegelehre skeptisch gegenüber: „Der Pflegeberuf ist sehr anspruchsvoll, besonders emotional und psychisch. 15-Jährige mit einer solchen Last zu konfrontieren, wie sich die Bundesregierung das vorstellt, ist nicht in Ordnung.“

Auch bei jenen Menschen, die nach dem Zivildienst eine Pflegeausbildung machen wollen, sieht Seemayer Herausforderungen und Unklarheiten mit dem „Anrechnen“ von fachlichen Kompetenzen: „Welche Qualifikationen wurden während des Zivildienstes erworben? Wie lange darf der Erwerb dieser Kompetenzen zurückliegen? Auf welche Art müssen entsprechende Nachweise erbracht werden? Der Zivildienst ist so individuell und vielfältig gestaltet, da fällt es schwer, sich vorzustellen, wie das in einen allgemeinen Rahmen passen soll. Vor allem, da die Staatssekretärin nur mit Überschriften zu punkten versucht. Anstatt klarer Konzepte kriegen wir wieder nur leere Worte.“ (Schluss) sd/bj

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