Der politische Aufstieg der Frauen: Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures lud zur Buchpräsentation ins Parlament | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Der politische Aufstieg der Frauen: Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures lud zur Buchpräsentation ins Parlament

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Wien (PK) – Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures und der Böhlau Verlag luden gestern Abend gemeinsam zur Buchpräsentation „Der politische Aufstieg der Frauen“ von Anton Pelinka ins Parlament. Im Mittelpunkt des Buches stehen beispielhaft die politischen Karrieren von drei erfolgreichen Frauen: Eleanor Roosevelt, Indira Gandhi und Margaret Thatcher. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildeten Frauen in politischen Machtpositionen die Ausnahme. Ein Jahrhundert später gehören sie zur Normalität einer politisch vielfältigen und ausgewogenen Demokratie. Pelinka geht in seinem Buch der Frage nach, welchen Einfluss diese Veränderung auf die Inhalte der Politik hat. Zudem analysiert er, wie sich dadurch Bilder von Weiblichkeit verändern und welchen Einfluss das Geschlecht der politisch Handelnden auf die Inhalte der Politik hatte und immer noch hat.

Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures wies in ihren Eröffnungsworten auf vier Gemeinsamkeiten von Roosevelt, Gandhi und Thatcher hin: Alle drei Frauen seien in Familien mit PolitikerInnen hineingeboren worden, wodurch sich wichtige Netzwerke für sie ergeben hätten. Allen drei Frauen sei zudem eine ausgezeichnete Bildung in Europa ermöglicht worden und sie seien Kämpferinnen gewesen und hätten bei Niederlagen nicht aufgegeben. „Sie öffneten Türen, die nicht wieder versperrt werden können“, so Bures.

Kein Patriarchat und kein Matriarchat

Anton Pelinka, Politikwissenschaftler und Jurist,

registrierte ein sprunghaftes Ansteigen von Frauen in hohen politischen Funktionen. „Das Ende des Patriachats zieht jedoch kein Matriarchat nach sich,“ so Pelinka. Er erkannte einen „Megatrend“, der aber auch eine auffallende Verspätung zeige. Diese Entwicklung werde nicht im engsten Sinn politisch gesteuert, sie passiere überall. „Es passiert gesellschaftlich und hat nichts mit links oder rechts zu tun. Politik ist friedlicher Wettbewerb,“ so Pelinka.

Frauen würden mehr Zugangsgerechtigkeit zur politischen Macht ausdrücken. Es passiere ein massiver Wandel in der Gesellschaft, zeigte sich Pelinka überzeugt.

Frauen in der Politik und Frauenpolitik

Die Podiumsdiskussion mit Politik- und Rechtswissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle zeigte eine differenzierte Sichtweise des Themas Frauen in der Politik und Frauenpolitik auf. So teilte Stainer-Hämmerle die Analyse, dass Frauen eine andere Politik machen, jedoch nicht den Optimismus für einen Trend hin zu mehr Frauen. Die Geschwindigkeit, mit der Frauen in der Politik zu finden sei, sei unzufriedenstellend, so Stainer-Hämmerle. Sie nannte zwei Aspekte, die es Frauen noch immer schwer machten: Der Blick auf Frauen mit Macht und die Individualisierung. „Mächtige Frauen sind nicht sexy“, so die Politik- und Rechtswissenschaftlerin, was bedeutet, dass Frauen auf ihre Attraktivität verzichten müssten. Frauen lehnten daher auch immer stärker Macht ab, so Stainer-Hämmerle.

Das Thema Frauensoldiarität ist für Stainer-Hämmerle ein Thema von „rechts oder links der Mitte“, denn dies werde je nach politischer Ausrichtung unterschiedlich gesehen. Es gebe natürliche Trennlinien zwischen Männer- und Frauenleben. Dies seien ideologische und politische Fragen und keine Fragen von richtig oder falsch. „Wenn es ökonomisch eng wird, bleibt Frauenpolitik auf der Strecke“, so die Politikwissenschaftlerin.

Anton Pelinka verwies darauf, dass der Trend kein abgeschlossener Prozess, sondern noch immer im Laufen sei. Er prognostizierte, dass das Quotendenken überholt sein werde, wenn der Trend weitergeht. „Was wir von den drei Frauen im Buch lernen können, ist, den Begriff Macht nicht von sich wegzuschieben, sondern sie zu ergreifen“, so Pelinka. Seine Raschläge für die Frauen in der Politik im 21. Jahrhundert:
„Mut zur Macht, Macht nüchtern sehen, Macht ergreifen.“

Moderiert wurde die Veranstaltung von der Journalistin Petra Stuiber.(Schluss) ibe

HINWEIS: Fotos von der Buchpräsentation finden Sie auf der Website des Parlaments.

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