Europarat – Bayr: Kein Zurück zum „alten Normal“ nach der COVID Krise | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Europarat – Bayr: Kein Zurück zum „alten Normal“ nach der COVID Krise

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Wien (OTS/SK) – Bei der ersten inhaltlichen Debatte der parlamentarischen Versammlung des Europarats in der heurigen Sitzungsperiode resümierte SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr zur Arbeit des abgelaufenen Jahres, dass dieses natürlich von der Corona Pandemie überschattet war. „Trotzdem ist es uns gelungen, die Demokratie hochzuhalten, demokratische Institutionen und die Rechtstaatlichkeit zu beschützen und den Menschen Vertrauen in die Demokratie gerade in Krisenzeiten zu geben, auch wenn manche Regierungen versucht haben, die Situation zu missbrauchen und die Möglichkeiten der Parlamente zu beschränken“, so Bayr. ***

Gleichzeitig hat die Pandemie trotzdem negativen Einfluss auf die Menschenrechte in den Mitgliedsländern des Europarats. Bayr, die Vorsitzende des Gleichbehandlungsausschuss der parlamentarischen Versammlung des Europarats ist, wies speziell auf den Backlash für viele Frauen hin: „Die häusliche Gewalt wurde spürbar massiver, es gab dramatische Rückschritte bei den stereotypen Geschlechterrollen:
denn es sind vor allem Frauen, die gleichzeitig Homeoffice, Homeschooling und Sorgearbeit zu leisten haben. Kinder leiden unter mangelnder Betreuung bei Bildung, unter fehlendem Kontakt zu Gleichaltrigen sowie unter Isolation. Wir sehen wachsenden Antisemitismus, der bei einem giftigen Amalgam aus Verschwörungstheoretiker*innen, Coronaleugner*innen und Fortschrittsverweigerer*innen einen fruchtbaren Boden findet. In manchen Fällen sind es sogar Regierungen, die Migrant*innen und LGBTIQ Personen beschuldigen, das Virus absichtlich zu verbreiten und so Hass und Vorurteile schüren“, macht Bayr deutlich.

Bayr ist sich sicher, dass die Staatengemeinschaft diese Pandemie überwinden wird, danach soll es aber kein Zurück zum „alten Normal“ geben. „Ich will nicht zurück in eine ausschließende Gesellschaft voller Ungerechtigkeiten und ungleichen Chancen, ich will nicht zurück zu einem Wirtschaftssystem, das Menschen, Natur und Ressourcen über alle Maße ausbeutet!“, so Bayr, die überzeugt ist, dass die Nachhaltigen Entwicklungsziele hier einen wichtigen Fingerzeig in eine zukunftsfähige, in eine andere Welt geben können.

Zuletzt ging Bayr auch auf die schlechte Geschlechterrepräsentanz der parlamentarischen Versammlung des Europarats ein und mahnte: „Wir müssen an unserer Repräsentation und Sichtbarkeit unserer diversen Gesellschaften arbeiten und Frauen und Männer unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung, Geschlechtsidentität, Abstammung und Behinderungen dazu befähigen und ermutigen, parlamentarische Arbeit zu übernehmen! Wir müssen einen gemeinsamen Neustart wagen!“ (Schluss) ls

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