Tiroler Tageszeitung, Leitartikel, Ausgabe vom 18. Jänner 2021. Von ALOIS VAHRNER. "Nur die Impfung beendet den Albtraum". | Brandaktuell - Nachrichten aus allen Bereichen

Tiroler Tageszeitung, Leitartikel, Ausgabe vom 18. Jänner 2021. Von ALOIS VAHRNER. „Nur die Impfung beendet den Albtraum“.

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Innsbruck (OTS) – Erwartungsgemäß kündigte gestern die türkis-grüne Bundesregierung die Verlängerung des Corona-Lockdowns an. Positiv, dass es wieder einen breiteren politischen Schulterschluss gibt – den braucht es jetzt auch in der Bevölkerung.

Nach dem Ende des ersten harten Lockdowns im Frühjahr konnte oder wollte sich in Österreich niemand vorstellen, dass es noch schlimmer kommen könnte. Ja, der nächste Herbst und Winter würden sehr schwierig, hieß es, aber ein erneutes Niederfahren von Wirtschaft und Gesellschaft auf absoluten Notbetrieb schien im doch halbwegs normalen Sommer 2020 weit weg – und wegen der dramatischen Folgen für die Wirtschaft sowie der enormen Kosten für den Staat eigentlich ausgeschlossen.
Seit November gibt es ein Wechselspiel aus harten und etwas abgefederten Lockdowns. Die Karotte, die der Bevölkerung hingehängt wird, rückt im Kalender immer weiter nach hinten. Zunächst sollte der größte Spuk zu Weihnachten vorbei sein, dann im Jänner. Jetzt wurde der Notbetrieb wegen der sich offenbar im ganzen Land rasch ausbreitenden, weit ansteckenderen britischen Virus-Mutation bis vorerst 7. Februar verlängert. Und statt Erleichterungen oder Öffnungen kommen verschärfte Regeln für FFP2-Masken und 2-Meter-Abstände. Der viel beworbene Babyelefant wächst sich zum großen Brummer aus.
Die Lage ist weltweit sehr ernst, an diesem Wochenende wurde die Marke von 2 Millionen Covid-Todesopfern überschritten. Österreich hat die erste Welle im Frühjahr durch entschiedene Schritte, vor allem durch große Disziplin der Bevölkerung sehr gut gemeistert. Zuletzt ist die Zustimmung zu den massiven Einschränkungen deutlich geschwunden. Weil viele Firmen um ihr Überleben kämpfen, weil viele Menschen große finanzielle und psychologische Folgen zu bewältigen haben, weil die Schüler wertvolle Lernzeit verlieren. Leider aber auch, weil verstärkt Egoismus statt Solidarität herrscht und mit unverantwortlichem Handeln Leben und wirtschaftliche Existenzen gefährdet werden. Umso positiver ist, dass es (abseits der FPÖ, die teils in völlig unverantwortlicher Manier gegen jede Maßnahme lospoltert) zuletzt auch mit SPÖ und NEOS eine Art politischen Schulterschluss gibt. Wohl, weil die Regierung statt Inszenierung und Ankündigungen stärker auf Experten hört und auf Kooperationen mit den Ländern und der Opposition setzt – und Letztere mit Blick auf die neue Gefahr Verantwortung zeigt.
Es braucht in den nächsten Monaten auch einen Schulterschluss der Bevölkerung – sich nämlich möglichst flächendeckend impfen zu lassen. Die Impfung ist derzeit tatsächlich die einzige und glücklicherweise sehr wirksame Medizin, um diesen für alle belastenden Corona-Albtraum hoffentlich bald enden zu lassen.

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